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Belletristik

 

 

 
     

Gerber Iris

Nachtwerk

Hommage an eine Komponistin. Roman

Erstausgabe 2011, geb. SU, 13 x 21 cm, 176 Seiten

ISBN 978-3-7296-0818-4
CHF 32.00 / EUR 24.50


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Musik, die verstört

Die Künstlerin schrieb Musik für grosses Orchester, für den intimen Klang des Streichquartetts, für Solisten, erschuf ein umfangreiches Kompositionswerk, das sich in ihrem Archiv wandhoch stapelte, in Konzertsälen aller Kontinente gespielt wird. Sie dirigierte Orchester und Opern, über deren Librettos sie meinte, man könne jeden Tag bessere Liebesgeschichten erleben, als was da drin vorkäme. Zur Pianistin ausgebildet in Paris, lebte sie dann in Bern, unterrichtete am Tag, schrieb durch die Nacht. Von ihrem Kopf hat sie immerfort die Fähigkeit der Nachtarbeit abverlangt, was dieser nach Jahrzehnten seiner Ausbeutung zunehmend zu leisten verweigerte.

Ein volles Leben, getrieben durch Schönheit und Ästhetik, geschmückt mit Liebschaften zu Männern der Fremde, bewusst geführt - und selbst heute, gegenüber der lächelnden, zur Musik mitschwingenden alten Frau im Heim für Demenzkranke, hat man die Idee, sie habe sich bloss tief in ihren Kopf zurückgezogen, sei in ihrer Musik und auf ihren Reisen, in einer fernen Fremde.

Eine Hommage an die Berner Komponistin Margrit Zimmermann - eine Interpretation.

 

«Die in der Altstadt lebende Autorin und Musikerin Iris Gerber hat sich an der Biografie  der Berner Komponistin Margrit Zimmermann (*1927) orientiert, die Musikerpersönlichkeit im Roman aber fiktional umgesetzt. Das Buch erzählt vom Leben der Künstlerin und den zerstörerischen, gegen die Kunst gerichteten Kräfte der sie umgebenden Gesellschaft, gegen deren Ansprüche und Vereinnahmungen sie sich wehren und absetzen muss. Dies um in ihrer Kunst, der Musik, der Komposition bleiben zu können. Was in ihrer Jugend der Trotz, dann die Rebellion, später die räumliche Distanzierung war, um damit eine geistige zu ermöglichen, wuchs sich aus in mentale Abwehr, Eigensinn, Kampfgeist und gipfelte schlussendlich in geistiger Umdämmerung. Eine Hommage – eine Interpretation.»
Brunne Zytig

 

«Margrit Zimmermann war eine leidenschaftliche Frau. Schon in jungen Jahren war die 1927 in Bern geborene Pianistin von der Musik besessen. Neben ihrem Klavierstudium absolvierte sie eine Lehre als Schneiderin, um der Bedingung der Eltern nach einem Beruf zum Broterwerb nachzukommen. Später liess sie sich in Lausanne und Paris bei hochkarätigen Musikern weiterbilden. Ihre besondere Liebe galt stets dem Komponieren. Da es in den 80er-Jahren in der Schweiz noch keinen Studiengang dafür gab, schrieb sich Margrit Zimmermann mit über fünfzig am Mailänder Konservatorium für den achtjährigen Kompositionsstudiengang ein. Sie wurde ohne Prüfung zugelassen, das Studium bei Arthur Honegger in Paris reichte dem Studienleiter als Referenz. Fortan pendelte sie zwischen Bern und Mailand, studierte und unterrichtete am Tag und komponierte in der Nacht. Während ihre Werke heute in den grossen Konzertsälen der Welt gespielt werden, erkennt die Komponistin ihre eigene Musik nicht mehr. Ganz zurückgezogen in sich selber, lebt die 85-jährige Ausnahmemusikerin in einem Heim für Demenzkranke. «Das intensive Leben hat ihrem Körper viel abverlangt», meint Iris Gerber, die im Roman ‹Nachtwerk› (2011) das Leben ihrer früheren Lehrerin festgehalten hat. Die Idee zu dem Buch kam der Berner Autorin und Pianistin vor fünf Jahren, als Margrit Zimmermann ins Heim kam. «Damals fragte mich ihre ältere Schwester, was man mit dem umfangreichen musikalischen Archiv machen soll», erklärt sie. Ein Teil der Schriften war Iris Gerber bereits bekannt: Schon Anfang der 80er-Jahre lernte sie Zimmermanns Kompositionen und theoretische Ansätze während des eigenen Musikstudiums kennen. Später trat sie mit ihrer ehemaligen Lehrerin als deren persönliche Interpretin auf. Beim Lesen des Materials, vor allem aber durch Briefe und Reiseberichte eröffnete sich Iris Gerber nochmals eine andere Dimension von Margrit Zimmermanns Persönlichkeit.»
Christine A. Bloch, kulturagenda



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Gerber Iris

Geb. 1956 in Bern, lebt in Bern, Hellsau und Wien, ist Pianistin, Interpretin zeitgenössischer Musik, zudem im interdisziplinären Bereich 
Bildende Kunst und Literatur tätig.

Homepage
www.gerberritter.ch

E-mail
gerber.iris(at)gmx.ch

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