Zytglogge Verlag, Steinentorstrasse 11, CH-4010 Basel
Tel. +41 (0)61 278 95 77, Fax +41 (0)61 278 98 12, info@zytglogge.ch

Belletristik

 

 

 
     

Mehr Mariella

Steinzeit

Roman

Erstausgabe 1981, 8. Aufl. 2009, Br., 13 x 21 cm, 192 Seiten

ISBN 978-3-7296-0125-3
CHF 32.00 / EUR 24.50


mal


«Bildfetzen peinigender Erinnerungen: uneheliches Kind einer schizophrenen Zigeunerin und eines Säufers, Odyssee von Heim zu Heim, Erziehungsanstalt, Psychiatrie, Elektroschock und Insulin-Koma, Vergewaltigung und immer wieder Todesangst. Erzählt in einer kantig knappen, hartgeschliffenen Sprache.» 
Die Zeit

 

«La Lupa di Lucignano» hat eine italienische Zeitung genannt, die im toskanischen Städtchen dieses Namens lebende, fast ganz erblindete Schriftstellerin Mariella Mehr, die in der Schweiz als «Zigeunerhure» beschimpft und aus dem fahrendem Zug gestossen worden war. 1998 aber ist sie für kurze Zeit aus dem Exil nach Basel gefahren, um da einen Ehrendoktor für ihr Engagement in der Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit, für ihre aufklärende Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Hilfswerk «Kinder der Landstrasse» und für ihr literarisches Werk entgegenzunehmen, in dem sie immer wieder neu die Unterdrückung von Minderheiten und die Gewalt gegen Wehrlose thematisiert hat.
«Steinzeit», das Debüt von 1981, ist ein erschütterndes document humain. Es sind die schubweise hervorbrechenden Erinnerungen des Mädchens Silvia, das seine Kindheit als Steinzeit empfand, weil es sich damals noch nicht wehren konnte. Und die schockierende Wirkung, die diese Kindheit einer «Versorgten», vielfach Geschändeten und Gezüchtigten auslöst, wird nicht geringer, wenn man weiss, dass es der Autorin genau so erging: Am 27. Dezember 1947 in Zürich als Kind einer Jenischen geboren, «Fremdplatzierung» durch Pro Juventute, sexueller Missbrauch im Kleinkindalter, psychiatrische Klinik, Pflegefamilie, Missbrauch durch den Pflegevater, Kinderheim, Internat, mit achtzehn Jahren schwanger, Strafanstalt Hindelbank, Geburt des Sohnes in der Strafanstalt, Wegnahme des Sohnes durch Pro Juventute, Selbstmordversuch, Klinikaufenthalt und schliesslich Herausarbeiten aus dem Trauma mit dem Schreiben des Erstlings; einem Buch, das nicht bloss das unverstellte Bekenntnis einer Misshandelten, sondern ein erstes Zeugnis jenes genuinen literarischen Talents war, das Mariella Mehr in einer ganzen Reihe von Büchern, Theaterstücken und Gedichten unter Beweis stellen sollte.
Charles Linsmayer, Doppelpunkt



> MERKEN   |   > WEITEREMPFEHLEN

 

Zudem erschienen

 
      

Das Licht der Frau

Erstausgabe 1984, Br., 13 x 21 cm, 132 Seiten

ISBN 978-3-7296-0198-7, CHF 25.00 / EUR 19.00 > Mehr

 
 

Mehr Mariella

Geb. 1947 in Zürich. 1975 beginnt sie zu schreiben. In verschiedenen Reportagen und Radiobeiträgen setzt sie sich für Aussenseiter ein (Zigeuner, Kinder, Frauen, Frauenhäftlinge, Psychiatrie­patienten). Verfasste Bücher, Theaterstücke, Gedichte. Diverse Literaturpreise.

Neuheiten Belletristik