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Belletristik

 

 

 
     

Rüegsegger Marie

Emmelis Wäg

e Läbesgschicht

Erstausgabe 2013, Geb., SU, 14.5 x 21 cm, 80 S., mit Glossar und zahlreichen S/W-Fotos

ISBN 978-3-7296-0875-7
CHF 27.00 / EUR 24.00


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> Leseprobe

 

Nachdem meine beiden Bücher ‹Härdöpfuschnätz› und ‹Auergattig Choschtgänger› bis über das grosse Wasser treue Leser fanden und ein Uni-Professor schrieb: «Dihr heit ganz e fyni, rychi Seel», wagte ich mich an ein drittes Buch. Darin ist Emma Rohrbach, von ihren Leuten ‹Emmeli› genannt, die Hauptperson.

Vor Jahren, als ich noch Pflegehelferin war, lernte ich sie kennen, eine kleine, tapfere Frau. Sie gab einiges preis von ihrer schweren Vergangenheit und sagte so nebenbei: «Das gäb fasch es Buech.» Sie konnte dann bald das Spital verlassen, und ich hörte kaum mehr etwas von ihr. Hie und da ein Telefon.

Im Frühling 2011 hatte ich in der Insel in Bern eine grössere Untersuchung. Es war ein milder Tag, und ich verbrachte die Mittagspause im Park. Plötzlich kam vom hintern Ausgang her eine Patientin, welche einen Infusionsständer vor sich her schob. Sie setzte sich neben mich auf die Bank. «Wir kennen uns doch …» Neben mir sass Frau Emmeli Rohrbach. Und wieder erzählte sie und erzählte, ihre bewegende Geschichte aus dem Emmental.

Vom kleinen Verdingkind Emmeli ist nun tatsächlich ein Buch entstanden, aber leider hat Frau E. Rohrbach es nicht mehr erlebt. Sie ist im August 2011 gestorben.

Emmeli wurde im Brachmonat 1936, als Kind der Lydia und des David Graber, geboren. Seine Kleinkinderzeit verbrachte es mit zwei Brüdern, Kilian und Röbi. Aber sie währte nur kurz. Mutters Krankheit und Vaters Tod rissen die Graberfamilie auseinander. Emmeli kam auf den Rüttiboden, die Brüder zu andern Familien. Für viele Verdingkinder war das ein harter Lebensweg, und manch armer ‹Züttel› erinnert sich am Lebensabend vor allem an die Kälte der Pflegefamilie und an die Striemen ‹a Rügge u Hingere›. Aber Emmeli, die ständig unter ‹Längizyti› litt und sich abends mit dem ‹Gebättli› zu trösten suchte, bevor das Tagewerk weiter ging, hat doch in ihrem ‹Gedankestübli› auch einen Reichtum an bleibenden Bildern bewahrt: die Schönheit eines Ährenfelds, glänzende Ackerfurchen, ein junges Fohlen, die Verrichtungen in Haus und Hof und vieles, auch Mutmachendes, mehr.
Marie Rüegsegger

 

Emmeli wurde im Brachmonat 1936 als Kind der Lydia und des David Graber geboren. Seine Kleinkinderzeit verbrachte es mit zwei Brüdern, Kilian und Röbi. Mutters Krankheit und Vaters Tod rissen die Graberfamilie auseinander. Emmeli kam auf den Rüttiboden, die Brüder zu Verwandten. Für viele Verdingkinder war das ein harter Lebensweg, aber Emmeli, das ständig unter ‹Längizyti› litt und sich abends mit dem ‹Gebättli› zu trösten suchte, bevor das Tagewerk weiterging, hat doch in ihrem ‹Gedankenstübli› auch einen Reichtum an schönen, bleibenden Bildern bewahrt.
Vitaswiss

Wie Pilze schiessen sie aus dem Boden, die Lebensgeschichten der Bäuerinnen. Würden sie gedruckt, wenn niemand sie lesen wollte? Wohl kaum.
Marie Rüegsegger erzählt in ihrem dritten Buch ‹Emmelis Wäg› die Biographie von Emma Rohrbach in rund zwanzig Episoden und stellt berührende Fotos und Briefausschnitte dazu.
Berner Zeitung

Marie Rüegsegger ist in einfachen Verhältnissen mit vielen Hochs und Tiefs aufgewachsen. Etwas davon hat sie sich in ihrem ersten Buch ‹Härdöpfuschnätz› von der Seele geschrieben. Natürlich hat sie sich nicht von ihrer Kindheit befreien können. Manches Ereignis wühlt sie noch heute auf, wenn sie daran denkt. Aus diesem Grund wählt sie bestimmte Geschichten an ihren Lesungen nie aus. Gleichwohl sei es schon vorgekommen, dass eine Zuhörerin zu weinen begonnen habe. ‹Das hat dann bei mir auch Tränen ausgelöst.› Liest sie öffentlich, schweifen ältere Zuhörer gerne in die eigene Vergangenheit ab. Sie erkennen sich wieder in Marie Rüegseggers Erzählungen.
Früher hat sie vor allem während schlafloser Nächte Erinnerungen gebündelt. Heute sinnt sie ganz bewusst auch tagsüber einer Geschichte nach.
Marie Rüegsegger macht handschriftliche Notizen. Erst die definitive Fassung wird in den Computer getippt. Sie schreibt Mundart. Das erscheint ihr einfacher als die Schriftsprache, obwohl sie auch für den Dialekt manchmal das Wörterbuch heranziehen muss. Zudem bleiben die Geschichten in Dialektfassung authentischer.
Esther Zimmermann, die grüne



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Zudem erschienen

 
      

Auergattig Choschtgänger

Gschichte us de Höger

Erstausgabe 2005, 2. Aufl. 2008, geb., 14,7 x 21 cm, 112 Seiten

ISBN 978-3-7296-0698-2, CHF 29.00 / EUR 22.50 > Mehr

 
 
      

Härdöpfuschnätz

Trueber Tagebuech

Erstausgabe 2001, 4. Aufl. 2007, geb., 14,7 x 21 cm, 132 Seiten

ISBN 978-3-7296-0623-4, CHF 32.00 / EUR 24.50 > Mehr

 
 

Rüegsegger Marie

Geb. 1946 als ältestes von zehn Kindern in Trub im Emmental und dort aufgewachsen. Drei erwachsene Kinder, fünf Grosskinder. Lebt heute in Spiez.

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