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Belletristik

 

 

 
     

Zimmermann Katharina

Der Amisbühl

Roman

Erstausgabe 2012, 3. Aufl. 2012, geb., SU,
13 x 21 cm, mit Bildstreifen, 240 Seiten

ISBN 978-3-7296-0841-2
CHF 36.00 / EUR 30.00


mal


 

 

> Leseprobe

 

Menschen, Zeiten, Landschaften. Diesem Dreiklang hört Katharina Zimmermann in ihrem neuen Buch zu, aufmerksam, gewissenhaft, liebevoll.

‹Der Amisbühl› ist eine Familiengeschichte, genauer: die Geschichte des Grossvaters mütterlicherseits der Autorin, seiner Angehörigen, seiner Umwelt, seines Alltags. Dieser Grossvater war Schullehrer auf dem Beatenberg. Zusammen mit seiner aus der Stadt stammenden Frau baut er das niedergebrannte Restaurant ‹Amisbühl› zum Hotel aus, ist erfolgreich damit – bis der Erste Weltkrieg ihn und die Seinen an den Rand des Ruins bringt. Was folgt, sind Jahre der finanziellen Bedrängnis, sind auch Krankheit, Leiden, Tod. Kurz: Im kleinen Leben dieser Leute von Beatenberg spielt sich beispielhaft und beeindruckend ab, was seit je auch die Grundthematik der sogenannten grossen Leben ist.
Charles Cornu

 

Bänz schloss die Orgel, verliess die Kirche und ging zum Friedhof hinunter. Die späten Kondolenzen von Herumstehenden nahm er reglos entgegen. Er trug den Schmerz wie einen schweren Rucksack, den er nie und nirgends abstellen konnte. Es gab Momente, da rang er unter diesem Gewicht nach Atem. Gewiss, er hatte die vier Kinder, die auch ihre Kinder waren. Manchmal sah er bei einem von ihnen eine Bewegung, hörte eine Betonung, die ihn an Wilma erinnerte.
Vor dem frischen Grabhügel hielt er an. Für Alpenrosen war es zu spät, für Stechpalmen aus der Farneren zu früh. Aber am Rosenstock, den er aus Wilmas Garten ausgegraben und hier eingepflanzt hatte, blühte ein weisses Röslein.

«Schritt für Schritt begleitet man – während eines Ausflugs der Autorin von der Waldegg hinauf zum Amisbühl – Bänz und seine Lieben. Und sie wachsen einem ans Herz. Eine grossartige Familiensaga! Mit viel ­Empathie und Emotion aufgezeichnet, geschickt verdichtet und aufgeschlüsselt.»
H. R.

 

«Das unprätenziöse Buch von Katharina Zimmermann hat mir sehr gut gefallen. Ich werde es gern weiterempfehlen.»

Heinrich Boxler

 

«Katharina Zimmermann nimmt uns mit in den Mikrokosmos ihrer ganz persönlichen Familiengeschichten und demonstriert uns immer wieder beispielhaft den Einfluss des Weltgeschehens. Sie entwickelt hier ein kleines Stück grosse Welt.»

ensuite – kulturmagazin

 

«1904 eröffnet der Grossvater der Ich-Erzählerin ein Hotel auf dem Beatenberg, erfüllt damit seiner Frau Wilma ihren Lebenstraum. Aus dem ‹Amisbühl› mit der grandiosen Aussicht auf das Dreigespann Eiger, Mönch und Jungfrau wird ein florierendes Unternehmen, bis der 1.Weltkrieg die Familie in den finanziellen Ruin treibt. In langen Rückblenden lässt die Ich-Erzählerin das harte, entbehrungsreiche Leben ihrer Grosseltern lebendig werden, die Sorgen und Nöte, viel Leid, Krankheit und Tod ertragen müssen und unter vielen Opfern ihren 4 Kindern trotzdem eine gute Ausbildung ermöglichen. Respektvoll, zurückhaltend und feinfühlig beschreibt K. Zimmermann einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte und zugleich eine aussergewöhnliche Liebe. Intensiv, sehr persönlich und eindringlich erzählt, lässt sie die Leser teilhaben am schweren Alltag der Schweizer Bergleute zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sehr berührender und bewegender autobiografischer Roman. Mit Originalfotos.»

ekz Bibliotheksservice, Dagmar Härter

«‹Ferienkolonie› – das war vor Jahrzehnten für viele Kinder ein verheissungsvoller Begriff. Für jene aus Zürcher Schulen gehörte manchmal auch der Name ‹Amisbühl› dazu. Dieses Haus über dem bernischem Ort Beatenberg beherbergte Generationen von Schülerinnen und Schülern und steht auch heute noch für Lager zur Verfügung. Aber am Anfang war das grosse Gebäude ein Hotel. Bänz, wie schon sein Vater Lehrer auf dem Beatenberg, und seine Frau Wilma hatten anfangs des 20.Jahrhunderts das Grundstück gekauft und die Brandruine, die darauf stand, wieder aufgebaut. Die beiden waren fleissig, tüchtig und unermüdlich. Aber als der Erste Weltkrieg ausbrach, blieben die ausländischen Gäste weg, das Hotel musste verkauft werden, die Schulden drückten die Familie noch lange. Die Schriftstellerin Katharina Zimmerman hat schon verschiedene Bücher zu geschichtlichen Themen verfasst. Jetzt erzählt sie von ihren Grosseltern. Bänz, der Grossvater mütterlicherseits, stammte zwar vom Beatenberg, aber er unterschied sich in manchem von der einheimischen Bevölkerung. Es lag ihm daran, den Unterricht nach neuen Methoden zu gestalten. Er war musisch begabt, gründete und leitete Chöre – und er heiratete eine Auswärtige, Wilma, eine Stadtbernerin aus gutem Haus. Katharina Zimmermann hat nur Bänz gekannt, aber beim Erforschen dieser Familiengeschichte ist sie auf Dokumente gestossen, die ihr auch die unternehmungslustige Grossmama nahebrachten, die Grosstanten und Grossonkel, und eben die Geschichte des Hotels mit der traumhaften Aussicht. Auf der Sonnenterasse über dem Thunersee, vor der Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau lebten diese Menschen in einer paradiesischen Landschaft, aber ihre Möglichkeiten waren eingeschränkt. Die Arbeit nahm kein Ende, Sorgen, Kummer, Schicksalsschläge belasteten die Familie. Und doch ist die Geschichte von Bänz und Wilma von Optimismus und Liebe geprägt.»

reformiert (KK)

«Es ist nicht nur die spannende Geschichte dieses Hotels, welche dieses Buch so lesenswert macht. Es sind auch die vielen Nebenhandlungen. Berührend etwa, wie sich Bänz und Wilma (und fast parallel dazu seine Schwester und ihr Bruder) kennen und lieben lernen, ein Annäherung in einer Zartheit und doch Verbindlichkeit, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann. Alle Einzelschicksale gehen zu Herzen, etwa der frühe Tuberkulose-Tod von Bänzens Schwester, der aussichtslose Kampf um den der Trunksucht verfallenem Bruder oder das Schicksal der anderen Schwester, die den frühen Tod ihres Mannes nicht überwinden kann. Entbehrung, Krankheit und Tod sind allgegenwärtig. Aber immer wieder sind da auch Kraft und Hoffnung, die auf familiären Banden beruhen und auch auf Kindern, die das Leben weitertragen. Als Leser wird man in eine Zeit geführt, deren Schlichtheit und zugleich Härte den meisten von uns fremd ist. Ein Erlebnis, das nachdenklich macht.»
Luzerner Zeitung, Arno Renggli

«Die berührende und beeindruckende Geschichte von Bänz, Wilma und ihren Angehörigen ist ein eindrückliches Zeitdokument. Die grassierende Tuberkulose, der viele junge Menschen damals zum Opfer fielen, spielt auch in dieser Familiengeschichte eine traurige Rolle. Bänz und Wilma scheuten keinen Arbeit, rafften sich immer wieder auf und hofften auf bessere Zeiten. Ihre klaglose Hinnahme der verschiedenen Schicksalsschläge, ihr trotz finanziellem Ruin und drückenden Sorgen ungebrochener Mut sprechen für sich. Katharina Zimmermann hat mit dieser warmherzig erzählten Familiengeschichte sicher kein Einzelschicksal dramatisiert. Wie Bänz und Wilma mussten wahrscheinlich viele Paare ihre Zukunftsträume in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren begraben. Ein nachhaltiges Leseerlebnis!»

Luzerner Rundschau (ML)

«Am Beispiel dieser prägnant gezeichneten Menschen und ihrer Schicksale gelingt der Autorin ein farbenreiches Bild der Epoche, die von Aufstieg und Niedergang gezeichnet ist. Überhaupt bezieht der Roman gerade aus den Gegensätzen seine Dynamik: Städtische und ländliche Lebensweise mit ihrem unterschiedlichen Verhaltenskodex treffen aufeinander, Arme und Begüterte leben noch in enger Nachbarschaft. Katharina Zimmermann rollt aber auch eine Geschichte auf, die von geplatzten Träumen handelt, von harter Arbeit (besonders der Frauen), erdrückenden Schuldenbergen und Fluchtwegen in Sucht und Selbstmord. Immer wieder lauert die Ansteckung durch die Tuberkulose. Bei aller Kargheit bricht aber doch in diesen Menschen die Liebe auf, und einigen – wie der jungen Clara, die ihre musikalische Begabung entfalten kann – glückt sogar die Verwirklichung ihrer Sehnsucht. Fern der Idylle entsteht so ein Familien- und Zeitpanorama mit Tiefenschärfe.»

Neue Zürcher Zeitung (B. En.)

«Schreiben ist eine alte Leidenschaft von Katharina Zimmermann; es sei für sie wie «erzählen mit Bleistift», sagte sie kürzlich im Radio. Mit ‹Der Amisbühl› erscheint bereits ihr elfter Roman. Sie erzählt darin über das Leben ihrer Vorfahren mütterlicherseits. Der für den ‹Bund› tätige Literaturkritiker Charles Cornu (ihm hat Katharina Zimmermann das Buch gewidmet) formuliert es so: «Im kleinen Leben dieser Leute vom Beatenberg spielt sich beispielhaft und beeindruckend ab, was seit je auch die Grundthematik der sogenannten grossen Leben ist.» Grossartig und spannend ist, wie feinfühlig, gewissenhaft, detailgetreu und liebevoll die Schriftstellerin in die Menschen und das Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eintaucht, wie sie die Landschaften, die Natur, die wunderbare Aussicht auf ‹die Grossen› (Berge) wiedergibt. Die begnadete Autorin hat zuvor in ‹Kein Zurück für Sophie W.› (ein berührendes Auswanderer-Schicksal) bereits die geschichtlichen Spuren der väterlichen Seite zu einer Familien-Saga verflochten. Katharina Zimmermann hat auch über die Täuferverfolgungen im Emmental und über Indonesien geschrieben. Und sie hat Kinderbücher verfasst. Nur ihr eigenes Leben blieb bisher Tabu, obwohl dieses genügend Stoff für ein Buch hergäbe. Übrigens: Das ehemalige Hotel auf dem Amisbühl ist heute ein Ferienhaus; es gehört der Stiftung Zürcher Schülerferien. Und der ‹Gupf› mit der tollen Aussicht dient dem Delta- und Gleitschirmclub Interlaken als (privater) Startplatz.»

Brunne Zytig, Sylvia Baumann



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Zimmermann Katharina

Geb. 1933 und aufgewachsen in Bern. Seminar Marzili, Musikakademie Detmold, Heirat. 1964–79 Entwicklungsarbeit in Indonesien, Redaktorin bei Radio Kalimantan und einer Frauenzeitschrift. 1980 wieder in Bern. Vier erwachsene Kinder, acht Enkel­kinder.

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