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Belletristik

 

 

 
     

Lavizzari Alexandra

Somerset

Roman

Erstausgabe 2013, Klappenbr., 13 × 21 cm, 376 S.

ISBN 978-3-7296-0861-0
CHF 34.00 / EUR 29.00


mal


 

 

> Leseprobe

 

So ganz überraschend kommt es nicht, dass Alexandra Lavizzari mit ihrem neuen Buch ‹Somerset› einen Thriller vorlegt.

 

Schon in ihrem ersten Buch ‹Ein Sommer› (1999) liess sie kriminalistische Elemente in die Geschichte einer unglücklichen Jugend auf dem Land einfliessen, und auch unter den elf Erzählungen im Band ‹Flucht aus dem Irisgarten› (2010) finden sich einige, in denen Dunkles, mitunter Brutales die Oberfläche einer scheinbar heilen Welt durchbricht.
Aus dieser Perspektive gesehen mag sich ‹Somerset› als Steigerung ­lückenlos an Lavizzaris frühere Werke reihen; die Autorin geht diesmal jedoch einen Schritt weiter, indem sie ihre spannungsreiche Geschichte mit den dazugehörenden Ingredienzien wie Mord, Erpressung, Verfolgung usw. gestaltet.
Inspiriert von Landschaft und Leuten ihrer Wahlheimat – der englischen Grafschaft Somerset, wo sie heute lebt –, ist Alexandra Lavizzari auf eine Fundgrube urtümlicher Traditionen gestossen. Die aus heidnischen Zeiten überlieferten Fruchtbarkeitsrituale bilden die thematische Grundlage zu ihrem Buch, das geschickt zwei Parallelgeschichten miteinander verknüpft und zu einem dramatischen Finale konvergieren lässt.

 

Ausgangspunkt I
Die Berner Lehrerin Vera Wyler reist im November 2010 nach Southcombe in der idyllischen Grafschaft Somerset und mietet sich für ein Sabbatical-Jahr im Station House ein, dem Haus des ehemaligen Bahnwärters direkt an einer obsoleten Bahnstation. Nadja, ihre Tochter, hat es vermittelt, und sie ist es auch, die Vera mit dem Dorfleben und den Gepflogenheiten in Somerset vertraut macht.

 

Ausgangspunkt II
Jenseits des Kanals, in Westfrankreich, lebt der neunundzwanzigjährige Jason, der eine Zeit lang in einem Pub in London gejobbt hat und nun in St-Valéry als Handlanger und Gärtner in einem schlossähnlichen Anwesen arbeitet. Er hat nach einem traumatischen Erlebnis in Southcombe jeglichen Kontakt zu seiner Heimat abgebrochen, lebt seither versteckt und in Angst, entdeckt und nach Southcombe zurückgeholt zu werden.

 

> Der Buch-Tipp von Tanja Kummer, SRF3 vom 22.8.13

 

 

 

Mit einem veritablen Thriller wartet Alexandra Lavizzari auf, der, wie es sich gehört, harmlos beginnt, einem aber je länger die Vorkommnisse im englischen Somerset sich entrollen, das Blut im Herzen stocken lässt. Vera, seit einiger Zeit verwitwet, gönnt sich ein Sabbatical in Somerset, wo ihre Tochter Naja mit ihrem englischen Mann wohnt, Malen, lesen, spazieren – mehr Pläne hat sie nicht. Die Bewohner von Somerset allerdings sind nicht besonders leutselig, die hiesigen Gebräuche kommen ihr sehr seltsam vor. Das Basteln uniformer Weihnachtskarten etwa, oder die Wahl einer jungen Frau zur <Apple Queen>. Ausgerechnet Nadja trifft es dieses Jahr. Und die Rituale, die Vorbereitungen, das Schweigen rund um das <Wassailing> genannte Spektakel befremden sie. Umsomehr als sich auch Nadja nach ihrer Wahl zu verändern scheint. Als dann auch noch ein bekannter Journalist ums Leben kommt, beginnt Vera ihre Recherchen. Und sie findet noch mehr seltsame Tode. Des Rätsels Lösung – findet sie natürlich gerade noch rechtzeitig.
Buchmedia-Magazin

 

Die Berner Lehrerin Vera Wyler reist ins englische Somerset, um dort ihre frisch verheiratete Tochter zu besuchen und sich gleichzeitig ein Sabbatical-Jahr in einem Cottage, einer gemütlichen Hütte, zu gönnen.Misstrauisch geworden durch verschiedene gravierende Vorfälle, die während ihres Aufenthalts passieren, beäugt sie argwöhnisch das idyllisch scheinende Dorfleben. Dabei entdeckt sie satanische Vorkommnisse, die auf düstere Seiten des Dorflebens hinweisen. Ihre Nachforschungen bleiben nicht verborgen, und sie muss bald um das Wohl ihrer Tochter und um ihr eigenes bangen. Was als harmlose Familiengeschichte beginnt, baut sich zu einem spannenden Psychothriller auf. Eine Steigerung des bisherigen Schaffens der Schweizer Schriftstellerin Alexandra Lavizzari – die heute in Somerset lebt.
Gr, Freiburger Nachrichten


Alexandra Lavizzari führt auf satirisch-sarkastische Weise die vielerorts zu bemerkenden Bestrebungen, den biologischen Landbau mit Versatzstücken einer irrationalen Naturreligion zu verknüpfen, ad absurdum. Sie stellt eine Mutter-Tochter-Beziehung auf die Probe, und sie präsentiert einen Kriminalfall, der so virtuos konstruiert ist, dass die Spannung bis zuletzt unvermindert erhalten bleibt. So fügt sie immer wieder Szenen ein, bei denen man erst später erfährt, wer der Protagonist war, und der ständige Wechsel der Perspektive ermöglicht es, die Figuren wie in einem Vexierspiel aus immer neuen Blickwinkeln zu spiegeln.
Mag sein, dass die Autorin früher literarischer und abgehobener schrieb. Aber gerade angesichts der gegenwärtigen Krimiflut ist man froh über diesen Roman, der von gängigen Mustern absieht, professionell geschrieben ist und doch jenes breite Publikum nicht aus den Augen verliert, das mit dem Genre offenbar spielend zu erreichen ist.
Charles Linsmayer, Der Bund


So brillant das Genre des Horror- oder Action-Krimis oftmals bedient wird: In der anschaulichen, unspektakulären, bisweilen geheimnisvoll hintergründigen Art, wie die Autorin erzählt, wirkt die Geschichte durchaus authentisch. Zudem gibt es in dem Roman kaum eine Figur, die nicht glaubwürdige individuelle Züge trägt. Das gilt sowohl für die jungen Frauen, die dem Ritual zum Opfer fallen, als auch für die Berner Lehrerin, die unversehens zur Detektivin avanciert, und nicht zuletzt auch für die Exponenten des Verbrecherkreises, die in ihrer hoffnungslosen Verstrickung fast schon wieder Mitleid erregen. Auch stehen dem dunkel-bedrohlichen Geschehen immer wieder lichte Momente wie die sinnlich-offenherzigen Liebesszenen zwischen Jason und Zoe gegenüber.
Mag sein, dass die Autorin früher literarischer und abgehobener schrieb. Aber gerade angesichts der gegenwärtigen Krimiflut ist man froh über diesen Roman, der von gängigen Mustern absieht, professionell geschrieben ist und doch jenes breite Publikum nicht aus den Augen verliert, das mit dem Genre offenbar spielend zu erreichen ist.
Charles Linsmayer ‹Der Bund›


Nach dem Tod ihres Mannes reist die Berner Lehrerin Vera zu ihrer Tochter Nadja, die mit ihrem Mann Tom in Southcombe in der englischen Grafschaft Somerset wohnt. Sie mietet für ein Jahr das Haus des ehemaligen Bahnwärters und erfährt schon bald, dass vor wenigen Jahren hier eine junge Frau ermordet worden war. Kurz nach ihrem Einzug geschieht ein zweiter Mord: Ihr Vormieter, ein recherchierender TV-Journalist wird, umgebracht, nachdem er kurz vorher gebeten hatte, sie zu besuchen, da er etwas vergessen habe. Was er suchte, erwähnte er nicht, und so weiss Vera nicht, ob zwischen der Suche und der Ermordung ein Zusammenhang bestehen könnte. Der Assistent des TV-Journalisten kann ihr nicht weiterhelfen, da ihn sein Chef nicht informiert hat. Er weiss nur, dass er Beweise für eine Geschichte suchte. Was Vera weiter auffällt: Sie hat oft das Gefühl, ihr Haus sei in ihrer Abwesenheit durchsucht worden, auch wenn sie keine Beweise dafür findet. Zudem wundert sie sich etwas über die Entwicklung ihrer Tochter: Aus der frischen Städterin wurde eine eher ängstliche und initiativlose Frau.
Die Ortschaft stellt einen ganz speziellen Apfelwein her und lebt stark von dessen Verkauf. In Jahren mit schlechter Ernte wird eine Apfelkönigin gewählt, die mit der Ausführung alter Rituale im nächsten Jahr für eine bessere Ernte sorgen muss. Nadja kaufte für ihre Mutter Lose und diese gewinnen. Das ganze Dorf wehrt sich gegen eine Auswärtige als Königin, so dass schliesslich ihre Tochter die Wahl annimmt. Vera stellt fest, dass diese immer müder wird und ahnt Böses für ihre Tochter. Noch Böseres ahnen die LeserInnen: Sie kennen die Geschichte auch aus der Perspektive von Jason. Er lebt heute als Butler eines alten Schwulenpaars in einem abgelegenen Schloss in Frankreich und hat Angst, vom Mörder an seiner Verlobten, der Toten aus dem Haus von Vera, ebenfalls umgebracht zu werden. Ihm ist bekannt, dass die Apfelköniginnen sterben müssen. Die Frage ist, kommt zuerst die Aufklärung oder der Tod von Nadja?
Der Krimi ist zwar von einer Schweizerin geschrieben, aber er erinnert sehr stark an die Krimis englischer Autorinnen.
Er beginnt relativ entspannt, wird immer unheimlicher und spannender und lässt einen bis zum Schluss nicht mehr los.
ml., P.S


Vera hat sich auf die Zeit in England gefreut, wo ihre Tochter Nadja lebt. Doch schon am ersten Abend im Dorf begegnet sie dem Tod: Eine Junge Frau hat sich aus dem Fenster gestürzt. Obwohl sie die amtierende «Apple Queen» war, wundert sich niemand über den Selbstmord: denn bisher, erfährt Vera, habe sich noch jede umgebracht, die diesen Titel trug. Und dann wird Nadja zur neuen «Apple Queen» gewählt, und die Mutter-Tochter-Geschichte wird zum Provinz-Thriller, einem Schocker um verblendete Sektierer und ihren grausigen Fruchtbarkeitskult. Gekonnt wird der Plot aus mehreren Strängen gefügt und das Unheil geschürt; Figuren und Szenen sind verlässlich spannend, und die Auflösung mündet in einem Happy End.
Programm Zeitung


Ein Thriller ohne Eile, ein Krimi ohne Kommissar, eine bezaubernde Landschaft, über der schwarze Wolken aufziehen: Das ist der neue, faszinierende Roman der Schweizer Autorin Alexandra Lavizzari.
«Die Berner Lehrerin Vera weilt für ein Sabbatical in Somerset, wohin ihre Tochter Nadja der Liebe wegen gezogen ist. Doch schon bevor Nadja zur Apple Queen gewählt wird, die im ortstypischen Wassailing-Ritual eine wichtige Rolle spielt, hat Vera den Eindruck, dass sich ihre Tochter verändert hat. Und nicht zu ihrem Guten.
Sonderbare Leute, seltsame Bräuche – über dem fiktiven Dorf Southcombe in der englischen Grafschaft Somerset liegt ein bedrückendes Schweigen. Dies hat auch mit einer traurigen Familiengeschichte zu tun, deren Wurzeln über Generationen zurückreichen. Zwei Handlungsstränge, die sich immer wieder überschneiden.»
Sommerset liest sich zu Beginn nicht wie ein Thriller, baut dann aber Spannung auf, und ehe man sich versieht, hat man das Buch ein einem Rutsch durchgelesen. Alexandra Lavizzari hält sich nicht nur kurz und knapp, lieber lotet sie den Raum ihrer Literatur aus und lässt die Leser in den beschriebenen Gebäuden und Landschaften herumgehen. Ein blumiges und gleichzeitig beängstigendes Buch.
Tanja Kummer, Radio SRF 3


Eine verwitwete Lehrerin aus Bern besucht ihre Tochter Nadja, die mit ihrem englischen Mann im idyllischen Somerset lebt. Nadja wird dort sogar zur Apple Queen gewählt. Ein traditionelles Ehrenamt, aber von einem dunklen, gefährlichen Geheimnis umweht. Zur gleichen Zeit versteckt sich ein junger Mann aus Somerset in Frankreich. Der neue Roman von Alexandra Lavizzari zeigt eindringlich eine brüchige Dorfidylle. Die Autorin arbeitet mit Elementen des Schauerromans, und man liest mit Spannung wahrlich Grusliges.
WOB, 20 Minuten


Vera merkt bald, dass es im Dorf einige Ungereimtheiten gibt. Seine Bewohner sind verstrickt in uralten Traditionen und Fruchtbarkeitsriten, die sie nicht versteht. Und je mehr sie in Erfahrung zu bringen versucht, desto weniger traut sie den Leuten. Spätestens als Nadja in einem sonderbar anmutendem Festakt zur Apple Queen erkoren wird, realisiert Vera, dass ihre Tochter langsam zu entgleiten droht. Nachforschungen der besorgten Mutter ergeben, dass ein Zusammenhang zwischen dem ehemaligen Kinderheim Greenhill Park, dessen Ruine dunkel auf einem nahen Hügel steht, und den alten Ritualen bestehen muss. Zur gleichen Zeit arbeitet der junge Jason in Westfrankreich als Gärtner auf einem Anwesen. Vor fünf Jahren hat er nach einem traumatischen Erlebnis seinen Heimatort Southcombe verlassen. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Erst die quirlige Zoë vermag ihn von seiner lähmenden Angst zu befreien. Es dauert lange, bis er ihr vertraut und erzählt, was er damals erlebt hat.
Die in England lebende Schweizer Autorin verflicht die Geschichte einer verschworenen Gemeinde mit Geschick – und immer stellt sich die Frage nach dem Vertrauen.
Julia Wyss,  Kulturtipp



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Lavizzari Alexandra

Geb. 1953 in Basel, daselbst Studium der Ethnologie und Islamwissenschaft. Mutter von drei Kindern und als Diplomatengattin ständig ausser Land, von 1980–2008 u.a. in Kathmandu, Islamabad, Bangkok, Rom. Seit 2011 wohnhaft in England.

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