Zytglogge Verlag, Schoren 7, CH-3653 Oberhofen, Tel. +41 (0)33 244 00 30, Fax +41 (0)33 244 00 33, info(at)zytglogge.ch

Belletristik

 
     

Brühlmann-Jecklin Erica

Alice singt

Die Geschichte eines Verdingkindes

Erstausgabe 2012, 2. Aufl. 2012,
Klappenbr., A5, 232 S.,
plus CD mit Liedern,
gesungen von den ‹Drei Bündnerinnen›

ISBN 978-3-7296-0842-9
CHF 36.00 / EUR 30.00


mal


> Leseprobe

 

Als Erstes erinnerte sich Alice ans Ehepaar Stucki in Basel, bei dem sie kurze Zeit glücklich war und die sie als ihre Eltern betrachtete. An diesem liebevollen Pflegeplatz durfte sie aber nicht bleiben.

 

Weder die Heimatgemeinde Reigoldswil BL noch die Stadt Basel wollten die Verantwortung für das Kind wahrnehmen, und so wurde Alice als Kleinkind zunächst hin- und hergeschoben und in der Folge nach Reigoldswil, Tenniken, Frenkendorf und Liestal verdingt, bevor sie, knapp sechzehnjährig, einmal mehr abhaute; diesmal nach Zürich, wo sie bei ihrem Vater unterzukommen hoffte. Willkommen war sie aber auch da nicht. Und auch später als junge Frau plagten sie die offenen Fragen weiter: «Warum wurde ich verdingt? Wo waren die Eltern? Was geschah mit der Mutter? Weshalb sind die rechte Hand und der linke Ellbogen verkrüppelt?» Erst die gründliche Recherche in den Archiven durch die Autorin brachte der Protagonistin Antworten.

Wer Alice im Pflegeheim besucht hat, dem blitzten hellwache Augen entgegen, und die eine oder andere Flöte lag auf der Kommode. Bis zum Beginn der Arbeit an diesem Buch wusste Alice ausser ihrem Geburtsdatum und dem Geburtsort nichts über ihre ersten vier Lebensjahre. Bei laufendem Aufnahmegerät erzählte sie deshalb ihre Geschichte vom Moment an, wo ihre Erinnerung als bald Fünfjährige einsetzt. Das Kind einer italienischen Mutter und eines Schweizer Vaters – die sie erst im Laufe der Kinderzeit bzw. als Jugendliche kennen lernt – musste viele Demütigungen und Schläge einstecken, wurde als Arbeitskraft herumgereicht und gnadenlos ausgebeutet.
Trotzdem ist Alice an ihrem Schicksal weder zerbrochen noch verbittert worden. Sie sang und musizierte sich buchstäblich durchs Leben und ist ein aussergewöhnliches Beispiel dafür, dass ein Leben auch unter schwierigen Vorzeichen reich und sinnvoll gestaltet werden kann. Wie Alice das tat, davon erzählt dieses Buch, das zugleich ein Jahrhundert einfängt und damit ein eindrückliches Stück Schweizer Geschichte schreibt.

 

Alice Alder-Walliser
Geb. 1913 in Birsfelden, verdingt bei verschiedenen Pflegefamilien, nimmt, unterstützt von verständigen ‹Schutzengeln›, das Leben in die eigenen Hände, wird Näherin, Schneiderin, lernt trotz verkrüppeltem Arm Geige, Handorgel und Flöte spielen. Heiratet, hat drei Söhne, macht als über Sechzigjährige am Konservatorium auf der Flöte einen Diplomabschluss, leitet Chöre und ­Flötenspielgruppen.

Alice starb im Alter von fast 99 Jahren am 27. April 2012 im Pflegeheim Nidelbad  Rüschlikon.



> MERKEN   |   > WEITEREMPFEHLEN

 

Zudem erschienen

 
      

Das Mögliche tun – Ruth C. Cohn

Gespräche und Begegnungen

Erstausgabe 2010, Br., A5, 192 Seiten

ISBN 978-3-7296-0815-3, CHF 36.00 / EUR 27.50 > Mehr

 
 
      

Ümit will ein Doktor werden

Eine wahre Geschichte

Erstausgabe 1997, geb., 28,6 x 20,8 cm, 32 Seiten

ISBN 978-3-7296-0559-6, CHF 29.00 / EUR 22.50 > Mehr

 
 
      

Irren ist ärztlich

Analyse einer Krankengeschichte

Erstausgabe 1986, 2. Aufl. 1987, geb., 13 x 21 cm, 184 Seiten

ISBN 978-3-7296-0236-6, CHF 32.00 / EUR 24.50 > Mehr

 
 

Brühlmann-Jecklin Erica

Geb. 1949 in Küblis GR, Handelsschule, Lehrerin für Krankenpflege, Anatomie und Physiologie. Studium Anatomie, Klinische Psychologie, Masterstudium in Supervision und graduiert als Integrative und Gestalttherapeutin. Verheiratet, Mutter einer Tochter und eines Sohnes. Lebt in Schlieren ZH und ist als Schriftstellerin, Liedermacherin und Psychotherapeutin in eigener Praxis tätig.

Homepage
www.ebj.ch

Neuerscheinung im Mai

‹Aussteigen – Umsteigen›
Wege zwischen Job und Berufung
von Morgenthaler Mathias /
Zaugg Marco

Wer träumt nicht manchmal davon, noch einmal neu zu beginnen, etwas ganz anderes zu tun, mehr auf die innere Stimme zu hören? Warum sind es so wenige, die zu neuen Ufern aufbrechen?
Dieses Buch lädt dazu ein, Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Erscheint Ende Mai 2013.

> Mehr

Neu im April

‹Somerset› von Alexandra Lavizzari
So ganz überraschend kommt es nicht, dass Alexandra Lavizzari mit ihrem neuen Buch ‹Somerset› einen Thriller vorlegt. Sie gestaltet ihre spannungsreiche Geschichte mit den dazugehörenden Ingredienzien wie Mord, Erpressung, Verfolgung usw.

> Mehr

------------------------------------

‹I de gottvergässne stedt›
von Paul Bernhard
Rothen
Mani Matter und die Verteidigung
des Christentums

Hier das kleine Manuskript, in dem ich die Anliegen Mani Matters aus der Sicht eines Theologen zu fassen versuche. Je länger ich Matter lese und höre, umso vielschichtiger und präziser enthüllen sich die Zusammenhänge in seinem Denken und Dichten.

> Mehr

Neu im Februar

Lesen Sie die Lebensgeschichte:

‹Diese Brücke war mein Schicksal›
von Edith Kammer

Das Buch ist – neben der eindrücklichen Schilderung ihres Lebens – eine interessante, faktengetreue Zeitreise von den harten Dreissigerjahren des vorigen Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert.

> Mehr

Neu in Mundart

Lust auf Mundart?
Dies sind unseren neusten Mundartbücher:

-----------------------------------------------

‹Wart schnäll› von Bruno Weber
Eigentlich sollte man ihn hören, den Berner aus dem Stöckacher, wenn er mit seiner angenehmen Stimme Erlebnisse aus den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erzählt. Nun gibt es Webers Erinnerungen zwischen den Deckeln dieses Buches (inkl. Hör-CD)

> Mehr

------------------------------------

‹steirych› von Walter Däpp
Wale Däpp legt mit ‹steirych› sein drittes Buch mit hundert berndeutschen Geschichten vor. Eine reiche Auswahl von Lesehäppchen, die Freude, Spass, aber auch Sinn machen. 

> Mehr

Neuerscheinungen 2012