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Sachbuch


 
     

Brändle Thomas / Pieth Mark / Schubert Siri

Mark Pieth - Der Korruptionsjäger

im Gespräch mit Thomas Brändle und Siri Schubert

Erstausgabe 2013, Klappenbr., A5, 176 S.
mit Fotos

ISBN 978-3-7296-0860-3
CHF 32.00 / EUR 28.00


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> Leseprobe

 

Wenn von Korruption, Bestechung und Schmiergeldzahlungen die Rede ist, fällt immer öfter derselbe Name: Mark Pieth.


Am Montag und Dienstag hält er Vorlesungen. Den Rest der Woche eilt er von einem FIFA-Kongress in Budapest zum Vortrag vor den Rüstungsgüterproduzenten in Madrid, dazwischen ein Interview für eine argentinische Radio-Station. Der Strafrechtler Mark Pieth ist weltweit ein gefragter Mann, als Experte für die Medien, als Berater für Konzerne in heiklen Branchen oder als von UNO, OECD oder Weltbank eingesetzter Vorsitzender von Untersuchungskommissionen.
Der Rücktritt der ersten Bundesrätin Elisabeth Kopp stand am Anfang seiner beispiellosen Karriere, ‹Oil for Food› machte ihn weltbekannt, und das Engagement beim Weltfussballverband brachte ihm von vielen Seiten Kritik ein. Sein Ruf ist dabei unbeschadet geblieben. Pieth bewegt sich auf dem internationalen Parkett, ohne selber dazuzugehören. Manchmal steht er am Buffet eines Kongresses neben einer Persönlichkeit mit Weltrang, gegen die er über Jahre erdrückendes Material zusammengetragen hat. Woher nimmt der Bündner, der als kleiner Bub in Manchester lebte, seinen Elan, Wirtschaft, Politik oder Sport transparenter und sauberer machen zu wollen?

Im unmittelbaren persönlichen Gespräch bietet Mark Pieth spannende Einblicke hinter die Kulissen seiner vielfältigen Aktivitäten im Kampf gegen die internationale Wirtschaftskriminalität.

«Die letzten vier Ordner sind Presseberichte zum Mandat bei der FIFA», zeigt der Professor auf das Regal in seinem Büro an der Juristischen ­Fakultät. Auf dem Schreibtisch stapeln sich in einem mit ‹Geldwäsche› beschrifteten Karton gesammelte Artikel. Pieth trägt Jeans, Pullover, darunter Hemd, als wäre er einer seiner Studenten. «Alle restlichen sind aus der Zeit davor», schiebt er nach.
Einst stand auch sein Name auf einem Ordner der Staatsschützer in Bern. Die ‹Fiche Mark Pieth› wird nun um dieses Buch erweitert.

 

Inhalt

  • England ist wie ein zweites Zuhause für mich
  • Das Thema Geldwäsche ist förmlich explodiert
  • Es geht nicht um Freispruch um jeden Preis
  • Internationale Unterstützung für die OECD Anti-Korruptionskonvention
  • Akademische Arbeit mit Erfahrung aus der Praxis
  • Weltweiter Kampf gegen Korruption
  • Heikle Ermittlung bei Oil for Food
  • Als Berater mit dem Weltbankpräsidenten im direkten Gespräch
  • FIFA oder das Engagement bei einer Mission Impossible
  • Das Basel Institute on Governance mit internationaler Präsenz


Mark Pieth zu Gast bei Roger Schawinski:
> SRF 3. Juni 2013


zu Gast in der Sternstunde Philosophie:

> SRF 23. Juni 2013

 

Natürlich hat Pieth viel zu erzählen. Er weiss, wie Bestechung funktioniert, unter welchen Umständen sie zustande kommt und wie man sie bekämpft. Er erklärt, warum Baugewerbe, Ölgeschäft und Waffenhandel am anfälligsten dafür sind. Und warum Menschen, die selbst wenig verdienen, in ihrem Beruf mit grossen Geldsummen zu tun haben können. Ebenso kenntnis- und detailreich erläutert er die Feinmechanismen der Geldwäscherei – vom Placement übers Layering bis zur Integration von Schwarzgeld. Dabei zeigt sich, dass Offshore-Gesellschaften zwar nicht immer Geldwäscherei-Vehikel sind – aber häufig. Das ist die Erkenntnis, die in der Beurteilung des kürzlich aufgedeckten Offshore-Leaks hie und da vergessen ging. Besonders erhellend sind Pieths Ausführungen dann, wenn er das Innenleben von globalen Institutionen wie Uno oder Weltbank beschreibt. Da zeigt sich, wie problematisch deren Wirken ungeachtet aller hehren Ziele manchmal ist. So versage die Uno bei humanitären Aufgaben immer wieder – vielleicht, so Pieth, weil sie schlicht zu gross sei.
«Für viele geht es nur um die Pfründe, die Arbeitsmentalität ist, gelinde gesagt, nicht besonders intensiv. Die meiste Energie wird dafür verwendet, seine Stellung zu bewahren, sich zu positionieren und andere zu demontieren.»
Das Verdikt des Schweizers über die Vereinten Nationen wirkt umso ehrlicher, da wo er sich grundsätzlich überzeugt gibt, dass globale Probleme nur im globalen Verbund gelöst werden können. Überhaupt hat Mark Pieths Art etwas Erfrischendes. Er ist selbstbewusst und selbstbezogen genug, Missstände beim Namen zu nennen. Das gibt dem Interview manchmal eine Verve, die man von professoralen Ausführungen nicht unbedingt erwarten würde.»
Lukas Häuptli, NZZ am Sonntag


«Wie sind Sie aufgewachsen?» – Diese an sich simple Frage bildet den Auftakt zu einem detaillierten Einblick in den Werdegang des «Korruptionsjägers» Mark Pieth. Das Buch ist durchgehend in Interviewform verfasst, Pieth stellt sich den Fragen des Schriftstellers Thomas Brändle und der Journalistin Siri Schubert. Das «Gespräch» beginnt mit dem familiären Hintergrund von Pieth und den Schilderungen zu seinem zweiten Zuhause, England. Schliesslich wird der Bogen zum Thema Strafrecht im Allgemeinen und Geldwäscherei im Besonderen gespannt. Schrittweise wird deutlich, wie aus dem einstigen Archäologiestudenten und passionierten Höhlenforscher ein Professor für Strafrecht und weltweit gefragter Experte im Bereich der Korruption geworden ist. Als solcher war und ist Pieth für verschiedene internationale Organisationen tätig. Dem Mandat der Fifa ist ein ganzes Kapitel gewidmet, obwohl Pieth mittlerweile den Rücktritt als Compliance-Berater des Weltfussballverbandes auf Ende dieses Jahres angekündigt hat.
Die Interviewform bringt es mit sich, dass sich der Leser tatsächlich an einem Tisch mit Mark Pieth glaubt, mitten im Gespräch. Verstärkt wird die persönliche Note durch Fotos und andere Belege für die einzelnen Lebensstationen. Die Kehrseite dieser lockeren, an der mündlichen Sprache orientierten Art ist, dass zeitweise ein roter Faden fehlt. Dennoch gelingt dem Buch insgesamt der Sprung von der persönlichen Ebene hin zu rechtlichen und politischen Fragen. Die Antworten darauf kommen jedoch nicht selten etwas lehrbuchartig daher und bringen insbesondere für Leser, die sich mit Strafrecht oder Geldwäscherei bereits auseinandergesetzt haben, kaum neue Erkenntnisse.
scm, Neue Zürcher Zeitung

Seit Juli ist das Buch des Unterägerer Schriftstellers Thomas Brändle auf dem Markt: «Mark Pieth, der Korruptionsjäger, im Gespräch mit Thomas Brändle und Siri Schubert.» Auf 152 Seiten unterhält sich Brändle mit Mark Pieth, dem Ordinarius für Strafrecht, –Prozessrecht und Kriminologie an der Universität Basel. Pieth war von 1989 bis 1993 Chef der Sektion Wirtschaftsstrafrecht beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement. In dieser Funktion war er für die Vorbereitung der Gesetzgebung in den Bereichen Geldwäscherei, organisiertes Verbrechen, Einziehung, Betäubungsmittelhandel und Korruption mitverantwortlich. Seit 1990 ist er Präsident der OECD-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Korruption im internationalen Geschäftsverkehr. 2008 wurde Pieth in das Integrity Advisory Board der Weltbank berufen.
Das Buch in Interviewform zu gestalten, darf als kluge Entscheidung gewertet werden: Weil seine hochkomplexen Sachverhalte auf diese Weise gut portioniert und spannend an den Leser gebracht werden. Es ist die Biografie Mark Pieths und die Geschichte der weltweiten Korruptionsbekämpfung in einem. Der Leser erfährt Details über Pieths Kindheit in England und über sein Mandat als Präsident des Independent Governance Committees, das die Fifa-Reform überwacht. Es bringt das Thema Korruption auf einen einfachen Nenner – Pieth definiert den Begriff «mit einer ganz generellen, offenen und nichtjuristischen Erklärung: Wenn jemand seine dienstliche Befugnis für den persönlichen Gewinn missbraucht.»
Sh, Neue Zuger Zeitung



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Brändle Thomas

Geb. 1969 in Liestal BL, lebt und arbeitet als Schriftsteller am Ägerisee im Kanton Zug. Der ehemalige Unternehmer und Parlamentarier schreibt Kurzgeschichten, Kolumnen und Romane und ist Mitglied im AdS, im ISSV und beim DeutschSchweizer PEN-Zentrum. Brändle ist Initiant und Mitherausgeber der PEN-Anthologie ‹Über Geld schreibt man doch!› (Zyt­glogge 2011). Sein aktueller Roman heisst ‹Vatikan City› (Wolfbach 2012).

Homepage
www.thomas-braendle.ch

Pieth Mark

Geb. 1953, aufgewachsen in Basel, Graubünden und England, seit 1993 Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht und Krimino­logie an der Universität Basel. Nach Aufenthalten am Max-Planck-Institut für internationales Strafrecht in ­Freiburg i. Br. und am Cambridge Institute of Criminology Chef der Sektion Wirtschaftsstrafrecht unter Bundesrat Koller.
Als Präsident und Mitglied internationaler Gremien und Organisationen (FATF, OECD, UNO etc.) erntete er grosse Anerkennung. Seine Publikationen betreffen v. a. Wirtschaftsdelinquenz, organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, ­Korruption und Strafprozessrecht. Engagements bei der Weltbank, dem Independent Inquiry Committee into the Iraq Oil for Food Programme und als Vorsitzender der FIFA-Ethikkommission. Gründer des Basel Institute on Governance.

Schubert Siri

Journalistin und Medien­beraterin für wirtschaftliche und wissen­schaftliche Themen. Nach mehr als zehn Jahren in Kalifornien lebt sie nun in Basel.
Ihre Arbeiten sind unter anderem in der New York Times, Scientific ­American Mind und der Wirtschafts­woche ­erschienen. Sie war Reporterin beim Anti-Korruptions-Dokumentarfilm «Black Money» und vertiefte ihre ­Kenntnisse in Korruptionsprävention beim Basel Institute on Governance.

Homepage
www.siri-schubert.com

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