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Sachbuch


 
     

Gunzinger Anton

Kraftwerk Schweiz

Plädoyer für eine Energiewende mit Zukunft

Erstausgabe April 2015, 2. Auflage Mai 2015
Geb., A5, 308 Seiten, mit farbigen Abb.
Redaktion: René Staubli
Coverfoto: Thomas Gierl

ISBN 978-3-7296-0888-7
CHF 36.00 / EUR 30.00


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ETH-Professor und Unternehmer Anton Gunzinger beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Energiewende. Er entwirft das Bild einer Schweiz, wie sie für die kommenden Generationen aussehen könnte.


Die Bevölkerung der Schweiz hat ein gravierendes Problem. Pro Kopf verbraucht sie jeden Tag mehr als 4 Liter Erdöl, obwohl sie ‹Anrecht› auf nur 1,7 Liter hätte. Die übrigen Rohstoffe mit einberechnet, ist der ökologische Fussabdruck der Schweiz heute ungefähr 3 Erden gross. D. h.: Wenn die ganze Menschheit so leben würde wie wir, benötigte sie die Ressourcen von 3 Erden. Wir haben aber nur eine – und das Erdöl wird in absehbarer Zeit zu Ende gehen.


Gunzinger geht der Frage nach, wie die Schweiz ihren Ressourcenver- brauch ohne Einbussen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und unter Beibehaltung des Wohlstands drastisch verringern kann. In seinem Plädoyer belegt er, wie wir uns, trotz Verzicht auf Kernkraftwerke, zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien (Wasser, Sonne, Wind, Kehrichtverbrennung, Biomasse) versorgen können. Er plädiert für ein intelligent gesteuertes ‹Kraftwerk Schweiz›, das unabhängig vom Aus- land und ohne sich von Europa abzuschotten funktioniert.

Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende sieht Gunzinger in der Einführung einer Vollkostenrechnung für Gemeingüter wie Erdöl, Luft oder öffentlicher Raum. In dieser ‹Allmendenwirtschaft› bezahlt jeder Einzelne, was er an Rohstoffen, Strassen und andern All- gemeingütern tatsächlich beansprucht und verbraucht. Der Liter Benzin würde auf dieser Basis rund fünf Mal mehr kosten als heute, doch weil der Preis über einen längeren Zeitraum sukzessive angehoben wird, hat jeder Automobilist die Möglichkeit, rechtzeitig auf ein energieeffiziente- res Fahrzeug umzusteigen.

So revolutionär die Ideen des ETH-Ingenieurs für den Umbau des Energie- verbrauchs wirken, so konsequent sind sie mit Fakten, Daten, Illustrationen, Diagrammen belegt, und berücksichtigt werden nur Technologien, die aktuell verfügbar sind.

Gunzinger bestätigt mit diesem Werk seinen Ruf als Vordenker. Sein Buch ist für Laien verständlich und für Fachleute und Entscheidungsträger eine Pflichtlektüre. Mit anekdotischen Aperçus angereichert, bietet dieser Lesestoff sowohl Erkenntnisgewinn als auch Infotainment.



Kernaussagen

– Wenn alle Menschen so viel Energie verbrauchen würden wie wir, bräuchte es drei bis vier Erden, um die Nachfrage zu befriedigen. Ist es möglich, unseren ökologischen Fussabdruck so zu reduzieren, dass wir mit einer

– Erde auskommen? – Heute geben wir 25 Milliarden Franken für Energie aus, im Jahr 2035 werden es mehr als 37 Milliarden sein, wenn wir so weitermachen. Mit einer schlauen Strategie hätten wir die Möglichkeit, Jahr für Jahr rund 22 Milliarden Franken zu sparen und überdies noch zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen.

– Auch ökologisch wäre die Energiewende ein Gewinn: Computerszenarien zeigen, dass die Schweiz 2035 nur noch ein Sechstel so viel Erdöl verbrauchen würde wie heute – und dank höherer Effizienz insgesamt nur noch 40 Prozent so viel Energie.

– Die Schweiz befindet sich in einer äusserst komfortablen Ausgangslage; sie ist bestens auf die Energiewende vor- bereitet. Unser grösster Trumpf sind die vielen Speicherseen in den Bergen. Und was die Sonnenenergie angeht, können wir uns sogar mit der Sahara messen.

 

 

 

 

«Das Buch ist für Laien verständlich und für Fachleute und Entscheidungsträger eine Pflichtlektüre. Mit anekdotischen Apercus angereichert, bietet dieser Lesestoff sowohl Erkenntnisgewinn als auch Infotainment.»
Wasser Energie Luft, 3. Dezember 2015

 

 

 



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Gunzinger Anton

Geb. 1956 in Welschenrohr SO, absolvierte das Studium zum Elektro- ingenieur an der ETH auf dem zweiten Bildungsweg. Seine Disser- tation schrieb er zum Thema ‹Parallele Bildverarbeitungsrechner›. Für diese Arbeit wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Als Oberassistent der ETH Zürich entwickelte er mit seinem Team das Multiprocessor System with Intelligent Communication (Music-System) und war damit im Final der Weltmeisterschaft der schnellste Rechner der Welt, um den Gordon Bell Award. 1993 gründete er die Firma Supercomputing Systems AG, scs, mit Sitz im Technopark Zürich.

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