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Streun Franziska

Mordfall Gyger

Eine Spurensuche

Erstausgabe 2013; 2. Auflage 2014; Klappenbr., A5, 208 S., mit Bildstreifen

ISBN 978-3-7296-0876-4
CHF 32.00 / EUR 28.00


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> Leseprobe

 

Auf dem Budenplatz wurde Beat Gyger zuletzt gesehen. Es war Pfingstsamstag, 9. Juni 1973, in Thun. Am nächsten Morgen fanden zwei Reiterinnen den Leichnam des 14-Jährigen. Im Lindenbachgraben bei Mamishaus in der Nähe von Schwarzenburg.
Sein gewaltsamer Tod bewegte die Menschen und tut es heute noch. Der Fall beschäftigte schweizweit die Medien. In der Fernsehserie ‹Aktenzeichen XY ungelöst› wurde noch gut ein Jahr später nach den Tätern gesucht.
War es eine Abrechnung wegen eines Mofadiebstahls? Wollten Pädosexuelle dem Jüngling eine Lektion erteilen? Wurden Ermittlungen in die Irre geführt? War der Fluch der Zigeunerin schuld? Wurde ein Skandal grösseren Ausmasses vertuscht? ‹Mordfall Gyger› nimmt die Leserinnen und Leser 40 Jahre später auf eine Spurensuche im ungeklärten Tötungsdelikt mit. Sie führt von Thun übers Eriz bis nach Basel und bringt Mysteriöses und längst Vergessenes zutage.


Presseschau:
> Radio SRF 1
> Thuner Tagblatt
> Sensetaler / Könizer Zeitung
> thun! das magazin

 

Interview mit Franziska Streun

 

Der Fall ist sehr komplex. Wie gingen Sie bei Ihrer Recherche vor? Wo fingen Sie an, wo hörten Sie auf?
Ich habe die Akten des verstorbenen Fahnders studiert, welche mir die Familie Gyger übergeben hat. Dieser hat sich damals ziemlich in den Fall verbissen und privat Dokumente gesammelt. Seine Unterlagen beinhalten zum Beispiel Fahndungsprotokolle, den Autopsiebericht oder Zusammenfassungen des Einsatzleiters. Sie waren die Grundlage und gleichzeitig Ausgangspunkt meiner Recherche. Dass ich am Schluss mit über 250 Personen sprechen würde, konnte ich mir zu Beginn nicht vorstellen.

 

Und was beschäftigte Sie bei Ihrer Recherche am meisten?
Sicher die Dramatik, welche sich abgespielt hat und welche das Leben der Familie Gyger von einem Tag auf den andern auf den Kopf stellte. Ich glaube, dass dieses traumatische Erlebnis die Grenzen  dessen sprengte, was ein Mensch eigentlich aushalten kann. Und dass diese Extremsituation die Wahrnehmung der Direktbetroffenen für immer verschoben hat. Ich ging deshalb sehr behutsam mit den Familienangehörigen um und hielt sie immer über meine Fortschritte und Ergebnisse auf dem Laufenden.

 

Erlebten Sie auch Sachen, die Sie erschreckt haben?
Ja, vor allem die Recherche in der Pädophilenszene erlebte ich als heikel. In der Thuner Szene verkehrten damals offenbar auch sehr einflussreiche Leute, die durchaus interessiert sein könnten, dass die Wahrheit über ihr Tun nie ans Licht kommt, und die Beat deshalb eine Lektion erteilen wollten. Vielleicht auch um zu verhindern, dass der 14-Jährige vor dem Jugendrichter auspackt. Denn vier Tage nach seinem Tod hätte Beat Gyger dort wegen eines Bootdiebstahls einen Termin gehabt. Aber letztlich bleibt die Geschichte auch nach meiner Spurensuche ungeklärt.

 

Sie haben auch nicht die Erwartung, dass sich plötzlich jemand meldet und die Tat gesteht?
Erwartung ist das falsche Wort. Ich wünschte es mir natürlich für die Familie. Doch schliesslich muss jeder, der eine wichtige Beobachtung gemacht hat oder an der Tat beteiligt war, selber mit seinem Gewissen ins Reine kommen.

 

Haben Sie im Zusammenhang mit Ihrem Buch einen Wunsch?
Mein grösster Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen: Für die Eltern Adelheid und Otto Gyger und den Bruder Bernhard Gyger ist das Buch eine Unterstützung zur weiteren Aufarbeitung der Ereignisse. Ihre Version der Geschehnisse konnten sie bis jetzt nirgends darlegen. Als Otto Gyger die Rohfassung gelesen hatte, rief er mich an und sagte mir zutiefst bewegt, dass er in den vergangenen 40 Jahren noch nie so gut geschlafen habe wie nach dieser Lektüre. Das war für mich das grösste Geschenk!

 

Dann sind die Eltern und der Bruder von Beat Gyger darauf vorbereitet, dass die Geschichte jetzt wieder zum Thema wird ...
Ja, sie sind bereit.

 

Interview: Barbara Schluchter, Berner Zeitung



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Zudem erschienen

 
      

Rückkehr ohne Wiederkehr

Roman

Erstausgabe 2012, geb., SU, A5, mit Bildstreifen, 312 Seiten

ISBN 978-3-7296-0840-5, CHF 36.00 / EUR 30.00 > Mehr

 
 
      

Eduard Aegerter

Querkopf und Aussenseiter (mit DVD von René Ulmer)

Erstausgabe 2009, Br., A5 , 248 Seiten

ISBN 978-3-7296-0801-6, CHF 36.00 / EUR 27.50 > Mehr

 
 

Streun Franziska

Geb. 1963, lebt in Thun als Journalistin und Redaktorin beim ‹Thuner Tagblatt› und schreibt regelmässig Porträts, Geschichten und Reportagen über aussergewöhnliche Menschen.

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