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Micieli Francesco

Liebe im Klimawandel

Ein Protokoll

Erstausgabe 2010, Br., 13 x 21 cm, 112 Seiten

ISBN 978-3-7296-0812-2
CHF 29.00 / EUR 22.50


mal




«Wenn ich an dieses Buch denke, glaube ich an eine Art Vorsehung, die mich dorthin geführt hat, die das Manuskript auf den Tisch gelegt hat. Drum herum verbrannte Bücher, einige in der Feuerstelle, halb verkohlt. ‹Über Gewissheit›, las ich auf einem Titelblatt. Sonst war nichts zu finden in diesem Raum. Nicht einmal ein Brief. 

Das Manuskript hat zwei Handschriften: eine weibliche und eine männliche. Die jeweiligen Eintragungen sind mit ‹er› oder ‹sie› übertitelt, haben aber keine Datumsangabe. Die Seiten waren nicht nummeriert. Die vorliegende Reihenfolge entspricht also nicht unbedingt der Wahrheit. Die Sätze, die ich nicht zuordnen konnte, liess ich frei. Sie sind irgendwo im Text. Viele Passagen scheinen mir Zitate. Da sie ohne Angabe waren, beliess ich sie so. 

Welche Begebenheit dahinter steckt und was sich wirklich ereignet hat, ist mir nicht klar. War es ein Projekt, eine Tragödie, eine seltsame Geschichte, oder gar ein Scherz? In den Medien dieser Zeit konnte ich keine Meldung finden, die mich weitergeführt hätte. Die Zeit der Ereignisse lässt sich auch nicht genau bestimmen. 

Ich weiss es nicht.» Francesco Micieli

 

«Es ist ein raffiniertes Spiel, das Francesco Micieli inszeniert: in Umkehrung des Wunsches nach dem noch nie Gesagten, dem erstmals Geschriebenen, geht es hier um das zuletzt Gedachte und Verfasste. Es ist keine resümierende Bestandesaufnahme, von der wir vernehmen. Es ist viel eher eine ebenso poetische wie lückenhafte Suchbewegung nach dem, was wichtig bleibt: die Hoffnung und immer wieder die Liebe zu den Wörtern und zum Lesen. Und so erstaunt es nicht, dass das Protokoll mit einer Liste von Büchern endet, weil diese „uns Wärme gaben und ermöglichten weiterzuleben. (...) All unsere Gefühle und Gedanken haben wir dort gefunden. Wir waren die letzten Leser.“

Man könne das Buch auch als ‹ein letztes Protokoll der Alpenliteratur› beschreiben, sagt Francesco Micieli. Sein wichtigstes Thema: die Frage nach Identität. Was bedeutet es, wenn man Vertrautes verlässt und in einem fremden Land ankommt, dessen Sprache man nicht beherrscht? Das ist der Ausgangspunkt, die Bewegung, aus der Micieli die Fragen nach dem Dasein schöpft. Dabei spielt seine Zweisprachigkeit eine wesentliche Rolle. Micieli formuliert es so: „Schreiben bedeutet Abstand nehmen. Ich schaffe Distanz, indem ich Gesagtes, Gedachtes und Erlebtes in eine literarische Sprache übersetze. Dass ich dabei auch von der Herkunfts- zur Ankunftssprache wechsle, wenn ich die Geschichten in einer Sprache niederschreibe, in der ich sie gar nicht erlebt habe, erzeugt Spannung.“ Eine Spannung, aus der sich sein Schreiben auch dann nährt, wenn der Schauplatz ein typisch helvetischer ist. Die Perspektive auf Ort, Zeit und Menschen wird immer eine zweifache sein.»
ProgrammZeitung, Corina Lanfranchi



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Micieli Francesco

Geb. 1956 in Santa Sofia d’Epiro (Italien), seit 1965 in der Schweiz.
Studium der Romanistik und Germanistik in Bern, Florenz und Cosenza. War Regisseur, Schauspieler und Theaterleiter. Lebt heute in Bern als freier Schriftsteller und Dozent an der Hochschule der Künste Bern und an der Schule für ­Gestaltung Bern/Biel. ‹Adelbert von Chamisso-Förderpreis› München 2002, ‹Weiterschreiben› Bern 2009, Poetik-Dozentur Dresden 2011.