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Schneider Peter

Scheiss als Schanxe

Kolumnen

Erstausgabe 2013, Br., 13 x 21 cm, 168 Seiten

ISBN 978-3-7296-0872-6
CHF 29.00 / EUR 26.00


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Fragen und Anworten, ein Spiel, ein Bei-Spiel:

Das Böse an sich In den Debatten um Anders Breivik hört man immer wieder, man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, dieser Massenmord habe etwas mit einer bestimmten Ideologie zu tun. Er sei vielmehr der Ausdruck eines «Bösen an sich» (…) Was denken Sie? F.G.

Lieber Herr G.

In letzter Zeit ist es in Mode gekommen, sich vehement gegen die (…) Erklärung von Gewalt auszusprechen. Bei diesen Erklärungen handle es sich bloss um beruhigende Rationalisierung einer beunruhigenden ursprünglichen Lust am Bösen. Angesichts der rituell-gebetsmühlenartigen Erklärung z. B. von Amokläufen (die Video-Games!) hat dieser Ansatz eine bestechende Radikalität. Zu gerne (…) würde man auf diese kurzschlüssigen Erklärungen verzichten. Aber muss man das Kind mit dem Bade ausschütten? In die Debatte um die Ursachen von Gewaltexzessen hat sich in jüngster Zeit ein seltsamer, markiger bis gehässiger Tonfall eingeschlichen: Auf der einen Seite stehen die richtigen Kerls, die dem absolut Bösen und der Lust daran unerschrocken ins Auge sehen; und auf der anderen Seite finden sich die Gewalt-Erklärer von der Alles-Versteher-Warmduscher-Fraktion wieder. (…) Ein Attentäter wie Breivik, der 69 junge Sozialdemokraten erschiesst und zur Begründung ein Pamphlet gegen die islamisierte multikulturelle Gesellschaft verfasst hat, soll ein im Grunde unpolitischer Irrläufer sein? (…) Wieso sollen die Selbstmordanschläge der Djihadisten mit deren Hass auf den Westen zu erklären sein; die des Attentäters von Oklahoma City, Timothy McVeigh, nichts mit dem rechtsradikalen und rassistischen Umfeld, in dem er sich bewegte, zu tun haben? Die Erklärungs-Abstinenz ergibt keineswegs den ungeschönten und illusionslosen Blick auf die Welt, die sie verspricht. Sie ist bloss ein ideologischer Baustein mehr in der Entpolitisierung des Politischen; sie (…) zielt vielmehr darauf, ein neues Tabu zu errichten: nämlich über das Politische auch politisch nachzudenken.
Herzlich, PS

 

Aus dem Inhalt

u. a. Achtsamkeit / Darf man …? / Die Märkte / Humorkompetenz / Islam-Verstehertum / Kinder und Demente / Knigge & Co. / Laute Liebesnächte / Muss man da durch? / Neiddebatte / Scheiss als Schanxe / Tracht und linker Patriotismus / Verantwortung / Vernunft / Von, nach und zu Aldi / Wann ist man ein Bünzli?

 

Man fragt sich schon, wie er das alles hinkriegt: Psychoanalytiker mit Praxis in Zürich, Supervisor, Lehranalytiker und Privatdozent in Bremen. Daneben Kolumnist (TA, «Der Bund», «Sonntagszeitung»), Autor und Sprecher bei Radio SRF 3, gefragter Vortragsredner, Vater und Ehemann. Da mag man den Umtriebigen, der seit vielen Jahren die Rubrik «Leser fragen» im «Tages-Anzeiger» hat, die Zigarre, den Malzwhisky und einen späten Thriller im TV gönnen – nach seinem eigenen Bekunden jene drei Genussszenarien, bei denen er am besten entspannen kann.
Auf seinen neuesten Kolumnenband «Scheiss als Chanxe», der die zuletzt erschienenen Kolumnen aus TA und «Bund» versammelt, darf er sich einen besonders guten Malt genehmigen. Denn in diesem vierten Büchlein der Reihe blitzt und funkelt sie erneut: Schneiders Ironie, mit der er Glanz und Elend des allseits geplagten Menschen spiegelt und karikiert. Alles gespickt mit intelligenten, aber auch mitleidlosen Querbezügen.
Nichts ist ihm mehr zuwider als das, was uns dumpfe Vordenker oder «Wohlmeiner» aufschwatzen wollen. «Scheiss als Chanxe»? Die «XY-als-Chance-Propheten» gehen ihm auf den Wecker: «Kein Reissack, der in China umfällt, ohne dass es nicht mit MIR zu tun hat», schreibt er in seiner Antwort. So ein Chance-Lebensmotto sei ein wundervoll egozentrisches Weltbild: «Das Ich als Prima Causa.» Und weil diese gescheiten Sichtweisen, die unserer Erwartung gewitzt ein Schnippchen schlagen, auch stilistisch brillieren, gehören sie zwischen zwei Buchdeckel.
Ulrike Hark, Tages-Anzeiger


So geschliffen, wie Peter Schneider am Radio spricht, schreibt der Philosoph und Psychoanalytiker auch. Seine Kolumnen in verschiedenen Tageszeitungen sind Rosinen im oft tristen News-Alltag. Im Zytglogge-Verlag sind viele solcher Kolumnen jetzt in einem Buch zusammengefasst erschienen. Von A wie «Alternde Helden» über I wie «Islamverstehertum» und S wie «Sterben, selber» bis zu Z wie «Zivilschutz» nimmt sich Schneider der grossen und grösseren Probleme an, die Frauen und Männer auf der Seele liegen.
St. Galler Tagblatt




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Schneider Peter

Geb. 1957 in Dorsten. Studium der Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt in Zürich und arbeitet dort als Psychoanalytiker. Von 2004 bis 2014 war er Privatdozent für Psychoanalyse sowie bis 2017 Professor für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Bremen. Seit 2014 ist er PD für klinische Psychologie an der Universität Zürich und seit 2017 Gastprofessor für Geschichte und Wissenschaftstheorie der Psychoanalyse an der International Psychoanalytic University in Berlin. Ausserdem betätigt er sich seit vielen Jahren als Satiriker (SRF3 und ‹Sonntagszeitung›) und Kolumnist (‹Tages-Anzeiger› und ‹Bund›).

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