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Kurz
vorweg
Der Zytglogge Verlag entstand 1965 aus der Berner Kleintheater-Szene; er wurde von Rolf Attenhofer und Hugo Ramseyer im damaligen Theater am Zytglogge (daher der Name) gegründet. Die ersten Produktionen waren Schallplatten der Berner Troubadours, u.a. die Lieder von Mani Matter, der auch heute noch das Tonträgerprogramm - nicht nur ideell - mittragen hilft. 1968 wurde EMIL entdeckt, dessen vier LPs bei Zytglogge einmalige Auflagen erzielten. 1970 kamen Bücher hinzu: Die junge, aufmüpfige Generation bekam hier ein Forum. Das Programm ging jedoch bald über regionale Belange hinaus, der Verlag wurde zunehmend <schweizerisch> und bald auch europäisch (mit Pressefilialen in den 90er-Jahren in Bonn und Wien).
- Firmenstandorte: Es begann in Rolfs Wohnstube am Eigerweg 26, Gümligen. Dann hausten wir unten in der Garage, bis wir ins Erdgeschoss von Haus Nr. 16 umzogen (in die Räume einer Import/Export-Teefirma). Seit 2003 residiert der Verlag am Thunersee, in der alten Villa <von Jenner> im Schoren 7, CH-3653 Oberhofen.
- Gesellschaftsform:
Seit 1969 eine AG; heute mit den Hauptaktionären Bettina Kaelin Ramseyer und Hugo Ramseyer. Alle MitarbeiterInnen haben die Möglichkeit, Aktien zu erwerben.
- Aktuelle
Crew: Hugo Ramseyer (Verlagsleitung/Lektorat), Bettina Kaelin Ramseyer (Verlagsleitung/Lektorat), Anne Riesen (Presse/Lizenzen/Vertrieb), Ingrid Etz (Abteilung Ton), Rosa Maria Manca (Finanzen/Personal), Franziska Muster (Herstellung), Christian Etz (Website), Monika Künzi (Korrektorat), Jakob Salzmann (Korrektorat), Markus Wieser (Vertreter), Beat Eberle (Vertreter). Insgesamt also 12 Leute (total 600 Lohnprozente), die 5 letzteren extern tätig. Jahresumsatz: ca. 2 Mio. CHF; Anteil Musik: 1/3 des Gesamtumsatzes.
- Auslieferung
Buch und Ton: In der Schweiz: Balmer Bücherdienst Einsiedeln. In Deutschland: BDK Stuttgarter Verlagskontor GmbH. In Österreich: Mohr Morawa Wien. Auslieferung CD-Läden: TBA AG, Glattbrugg. Lieferbare Titel: 600 Bücher und 500 Tonträger. Neuheiten p.a.:20 Bücher und 15 Tonträger.
Ausgezeichnete
und Ehemalige
Schiller-Preis, Petrarca-Preis, Heine-Preis, Fontane-Preis, Keller-Preis, Chamisso-Preis, Grosser Preis des Kantons Zürich, des Kantons Bern, des Kantons Aargau, des Kantons Solothurn, der Stadt Bern, der Stadt Luzern, der Stadt Solothurn, der Stadt Zürich ... wer zählt die Preise, nennt die Namen. Es sind ihrer viele, und wir freuen uns immer wieder mit und sind stolz.
Zwei spezielle jedoch möchten wir etwas hervorheben: den Sisyphos-Preis der Stadt Bern, der im Jahre des Zaffaraya-Aufstandes (1980) an unseren geschätzten, von vielen AutorInnen verehrten Lektor Willi Schmid überreicht wurde, und den Jäggi-Preis 1995, den Verleger Hugo Ramseyer in Basel entgegennehmen durfte.
Erwähnenswert ist auch die Verleihung des kantonal-bernischen Kulturpreises im gleichen Jahr an den Claves- und den Zytglogge-Verlag, eine Auszeichnung an zwei kämpferische Institutionen, die den Humus der Kultur beharrlich beackern.
Den Preis verdient haben natürlich alle, die bei Zytglogge je gewirkt und gewirbelt haben: insgesamt in den 44 Jahren sicher etwa 30 Buch- und Ton-Engagierte (plus ca. 10 Azubis, die ihre 3-jährige Lehre bei uns absolvierten). Und einige Ehemalige haben sich später auch selber als mutige UnternehmerInnen profiliert: z.B. Interregnum-Verlagsleiter/Hersteller Beat Brechbühl (als Verleger des Waldgut-Programms, der Bodoni Drucke und immer noch Autor), die früheren Buch-Vertreter Hugo Wyler, Max-Jürg Glanzmann und Thomas Bär (die je Inhaber einer Buchhandlung in Bern und in Solothurn wurden, Letzterer zuerst DRS-Mitarbeiter bei Radio Basel, heute Hotelier in Bergün), die ehemaligen Zytglogge-Tonmänner Hans Raymondaz und Rolf Widmer (Gründer und Mitinhaber der Labels COD resp. Sound Service), die Verlagsallroundfrau der ersten Stunde Marie-Louise Barben (Leiterin des Büros für Gleichstellung im Kanton Bern), die Pressefrau Barbara Hirt (heute Verlegerin des Nydegg Verlags) und die Autorin Gabriella Baumann-von Arx (heute Verlegerin des Wörterseh-Verlags).
Bücher
Schweizer
Belletristik
Um den "Doyen der neuen Schweizer Literatur", Gerhard Meier (Die ZEIT) scharten sich ab 1970 AutorInnen wie Peter J. Betts, Sam Jaun, Rolf Geissbühler, Alex Gfeller, Kurt Hutterli, Lukas Hartmann, Maja Beutler, Mariella Mehr, Beat Weber, Rolf Deppeler, Urs Karpf, Max Huwyler, Peter Weibel, Jochen Kelter, Hans Mühlethaler, Markus Michel, Amelie Plume, Lydia Portmann, Peter Morger, Helen Stark-Towlson, Bea Schilling, Esther Spinner, Karin Rüttimann, Gisela Rudolf u.a. In der von Lektor Willi Schmid initiierten Sisyphos-Reihe fanden eigenwillige, experimentelle Titel oder Erstlings-Literatur ihren Platz (Alberigo Albano Tuccillo, Maya Bianchi, Ana Lang, Yla Margrit von Dach, Peter Jörg, Martin Loosli, Bernhard Jundt, Christine Rinderknecht, Barbara Hotz, Erhard von Büren).
AutorInnen, die v.a. in den letzten 10 Jahren aktuell geworden und präsent sind: Katharina Zimmermann, Therese Bichsel, Alexandra Lavizzari, Gisela Widmer, Annette Mingels, Tania Kummer, Yvonne Léger, Lotti Marti, Marina Markees, Frank Demenga, Max Rüdlinger, Jean Villain, Werner Morlang, Francesco Micieli, Linard Bardill, Paul Riniker, Bernard Thurnheer und Ueli der Schreiber.
SpezialistInnen für historische Themen sind Bernhard von Arx, Jost Imbach, Erich Sutter, Monika Dettwiler und Ursula Meier-Nobs.
Mundart
Immer mehr trat die von Anbeginn gepflegte Mundart-Literatur bei Zytglogge ins Zentrum. Neben den gewichtigen Werken von Christine Kohler, Fritz Widmer, Ernst Burren und Werner Marti erlebten die Bücher von Christine Iselin-Kobler, Walter Däpp, Walter Eschler, Max Huwyler, Andreas Urweider, Michael Dähler, Paul Jakob Gillmann, Andreas Neeser, Peter Wyss und Maja Zimmermann breite Resonanz.
Beliebt sind die in den letzten Jahren lancierten <Mundartgschichte vo früecher u jitz> (eine Art Oral-History) von Ruedi Straub, Helene Beyeler, Margrith Gimmel, Marie Rüegsegger, Julia Balzli, Romi Schär, Martha Schüpbach, Edith Kammer, Marianne Brönnimann, Loni Lehmann, Ursula Spring, Elsbeth Hüttinger und Adele Schenk.
Renner sind die Dezämbergschichte (und -CDs) von Alex Kurz, Max Oberli, Liselotte Gäumann, Ursula Stalder-Witschi und Paul Niederhauser.
Heute bringt Zytglogge im Jahr ca. 4 - 5 neue belletristische Titel.
Sachbücher
Neben den Gold- und Platin-Auflagen von Matter und EMIL wurden die Zytglogge Sachbücher das finanzielle Rückgrat des Verlags. Jürg Jegges <Dummheit ist lernbar> machte mit über 100'000 verkauften Exemplaren den für einen Kleinverlag sensationellen Start-Eklat. Die Linie der kritischen Alternative sollte den Verlegern Recht geben: Hans A. Pestalozzis <Nach uns die Zukunft> und <Auf die Bäume ihr Affen>, Pfarrer Siebers <Menschenware - wahre Menschen> und <Platzspitz - Spitze des Eisbergs>, Urs Frauchigers <Was zum Teufel ist mit der Musik los> und <Verheizte Menschen geben keine Wärme>, Josef Hochstrassers <Der Kopfstand auf der Kirchturmspitze>, Marco Schnyders <Drogenfeuer>, Helmut Hubachers <Tatort Bundeshaus>, Eva Zeltners <Mut zur Erziehung> waren und sind nicht nur Erfolgstitel, sondern schufen, in Einzelfällen zumindest, ein bestimmtes Klima des Aufruhrs und der Veränderung. AutorInnen wie Gret Haller, Erica Brühlmann-Jecklin, Heinz Bütler, Roman Brodmann, Ralph Graeub, August R. Lindt, Paul Michael Meyer, Urs Hostettler, Daniel Lukas Bäschlin, Urs P. Gasche, Jürg Tobler, Karl J. Rechsteiner, Ernst Waldemar Weber, Marc Rufer, Beat Weber Hansjörg Erny, Kurt Siegenthaler, Reto Kohler und Ruedi Sutter trugen entscheidend zu dieser "Heimaterkundung der anderen Art" bei. Und die Lebensberichte von Rosalia Wenger, Trudi Bosshard, Ursula Eggli (<Herz im Korsett>), Iris Galey (<Ich weinte nicht, als Vater starb>), Diane d' Henri (<Die Frau des Geliebten der Mutter>) räumten mit einigen Tabus im Bereich des Sozialromans auf.
AutorInnen neueren Datums, die im Lektorat vor allem von der Co-Leiterin und Co-Geschäftsführerin Bettina Kaelin Ramseyer betreut wurden/werden, sind: Barbara Freigang, Marianne Siegenthaler, Claudia Haebler, Ilona Hug, Gabriella Baumann-von Arx, Mirella Chopard, Eva Zeltner, Claudia Zeier Kopp, Claudia Weiss Gerber, Katharina Wille-Gut, Nora Haberthür, Bernard Thurnheer, Frank Urbaniok, Peter Angst, Peter Schneider, Daniel J. Schüz, Markus Fäh, Erik Golowin, Allan Guggenbühl, Hans-Jürg Baun und Angelo Panic.
Werkbücher
Um fortschrittlichen LehrerInnen praktische, erprobte Ergänzungslehrmittel anbieten zu können, wurden die ‹Zytglogge Werkbücher› kreiert: grosszügig aufgemachte A4-Broschüren, die von Fachleuten und Projektgruppen entwickelt, geschrieben und selber gestaltet werden. Z.T. entstanden diese Handbücher "aus der Praxis für die Praxis" in Zusammenarbeit mit der Lehrerfortbildungszentrale (‹Tanzchuchi›, ‹Räumliches Gestalten›, ‹Handarbeiten/Werken›, ‹Schulmusik konkret›, ‹Mittelalter›, ‹Menschenzeichnen›, ‹Elemente›), der Schulwarte Bern (‹Waldwerkstatt›), Schulstelle der Hilfswerke (‹fremd›), dem Pestalozzianum Zürich (‹Stadtökologie›), dem SBN (‹Natur erleben›), dem WWF (‹Regenbogenschlange›, ‹Pottwale›, ‹Elefanten›, ‹Delphine›, ‹Wölfe›, ‹Bären›), aber auch im Kontakt mit der Malpädagogin Bettina Egger, den Tanzpädagoginnen Madeleine Mahler, Susi Reichle, Ulrike Meyerholz, dem Drachenbauer Ruedi Epple, der Märchenerzählerin Elisa Hilty, dem Videospezialisten Rüdiger Stiebitz, dem Computerfachmann Daniel Perrin, der Arbeitsgemeinschaft Jeux Dramatiques, dem Saiteninstrumentenbauer Martin Kesselring, den Didaktiklehrern Gertrud Meyer, Hans Peter Hari, Hansheinrich Rütimann, dem Körpermaler Martin Frutiger, der Yogalehrerin Adelheid Ohlig, den Kreativschreibern Christa und Emil Zopfi, dem Kunstpädagogen Thomas Lüchinger (‹Intuitiv Zeichnen› und ‹Intuitiv Malen›), Otto Heigold (<Alle können drucken>) und Frank Burkart (<Punkt und Perspektive>). Auch die Bücher mit erprobten Experimenten (Gerd Oberdorfer: ‹Das springende Ei›, ‹MatheMagie›, <Forscherkiste>) und für den Werkstattunterricht (Käthi Zürcher: ‹1 x 1 Wst›, Martin Keller: ‹Gedicht-Wst›) werden von werkstatterfahrenen Lehrkräften geschätzt.
Aktuelle Titel: Petra Ketelsen & Team (‹Indianerwerkstatt 1+2›, ‹Advents- und Weihnachtswerkstatt›), Hape Köhli & Team (‹Ritterwerkstatt›, ‹Tanzbar›, Alain Ziehbrunner (‹Jaromir-Lesekartei›), Josef Hochstrasser (‹Religion›), von Däniken/Zaugg (‹Rätsel der Welt›), Jost/Maisch (‹Eiszeit - Heisszeit›), Ellermann/Meyerholz (JuB) Im Jahr erscheinen ca. 1-2 Neuheiten.
Kinder-, Jugend- und Liederbücher
Start war 1984 Lukas Hartmanns <Anna-annA> - das später erfolgreich verfilmt wurde. Mit René Hrncir, Andreas Kündig, Irena Brezna, Beat Brechbühl, Agathe Keller, Ursula Eggli, Robert Tobler, Iris E. Riesen, Hanna Steinegger, Simon & Beat Hugi, Christine Kohler, Heinrich Wiesner, Christine Olmos, Max Huwyler, Ueli Balmer, Linard Bardill, Barbara Burren, und Mirca Dalla Piazza stiessen Autorinnen und Autoren dazu, die spannend geschriebene Jugend- und Kinderbücher für den Altersrahmen 5 bis 15 Jahre mach(t)en.
Dazu kamen illustrierte Liederbücher mit Partituren, Texten und Gitarrengriffen (zu den Liedern von Dieter Wiesmann, Fiorenza/Sautter, Bandudeli, Pauli/Bardill und Peter Reber). Wir publizieren wenige, dafür ansprechende Titel, in schöner Ausstattung. Aktuell: Peter Rebers <Myni Lieder>, Vol. 2, Ueli Schmezers <Chumm sing mit!> und <Im Röseligarte> (Hg. Otto v. Greyerz, Bilder Rudolf Münger).
Kunst,
Comic und Cartoon
Eine eher sporadische Angelegenheit, ein Spielbein, das nie zu einem Standbein des Verlags wurde, sind die Bücher der Zeichenkünstler und Maler. Kaspar Fischer z.B., Preisträger des deutschen Kleinkunstpreises, gab neben seinen literarischen auch zeichnerische Werke bei Zytglogge heraus (u.a. <Tanaswarimbantac - die Stadt im Dschungel>), Arthur Loosli veröffentlichte seine fantastischen Kupferstiche, Dieter Leuenberger seine surrealen Bilder, Robert Meister beschrieb <Albert Anker und seine Welt>, und Beat Schneider legte in <Penthesilea> eine etwas andere Kultur- und Kunstgeschichte auf.
Unsere Comic-Reihe verpflichtete sich einerseits der engagierten Umweltberichterstattung (<S.O.S. Planet Erde> Bd. 1 bis 3 von Al Daniel und die WWF-Comics der Gebrüder Paccalet), andererseits pflegten wir eine geraume Weile den anspruchsvollen, künstlerisch hochstehenden Comic, der auch literarisch interessierte Bildbandsammler anspricht (z.B. Bernhard Schlups Projektgruppe Zeichnen mit Dürrenmatts <Der Richter und sein Henker> und Beat Brechbühls <Josef und Elisa>, Karin Widmer mit Franz Hohlers <Rückeroberung>, Frida Bünzlis <Hirsebarden>, Hannes Binder mit <Die Reportage>, <Dichterwort vor Ort> und <Glauser im Tessin>, Sambal Oeleks <Der Sprayer von Zürich> und Caprez/Schulers <Paare>). Beliebte Sterne am Cartoon-Firmament sind Pfuschi (<Nur keine Panik>, <Es wahr einmal>, <Ich & Du>, <Einfach>, <Ein-, Aus- + Absichten>), Alex Macartney (<Stadtgschichte>, <Herr Hummel>), Kurt Goetz (<Suite Humoristique>) und ANNA (<Wechseljahre>, <Lachfalten>).
Aktuell: Der Jubiläumsband 40 Jahre Zytglogge <Aus der Welt>, mit 20 Bildtafeln von Dieter Leuenberger zum Thema Alltagskatastrophen und 20 Kontexten von 20 Zytglogge-AutorInnen.
Bild-
und Fotobände
Peter Bergmann, der Kunstmaler, schreibt und zeichnet seine Tierbilderbücher (<Hasenjahr>, <Winterweide>, <Fränzis Alpsommer>, <Hühner>, <Meine Murmelkinder>, <Eichhörnchen auf Besuch>, <Strupf wird Samichlausesel>) für Kinder und Erwachsene, und auch der Cartoonist und Illustrator Oskar Weiss (<Concerto Classico>, <Hippigschpängschtli>, <Sidi>) hat einige Projekte in unserem Bilderbuchsektor platziert. Neu im Zeichen der Zytglogge erscheinen die Bilderbücher aus Törbel von Helen Güdel (<Lieber Alex> Bd. 1-3, <Célestine & Polykarp>) und annemarie Flückigers <Weihnachtsgeschichte> (Text Regine Schindler). Als IllustratorInnen bereichern Vera Eggermann (Max Huwylers <Nashorn>, <Dackel und Dogge>), Liliane Steiner (zu Ruth Huggenbergers <Mami hat mich nicht mehr lieb>) Jaqueline Blass (zu Erica Brühlmanns <Ümit>) und Dieter Leuenberger (zu Huwylers <Stadtgartenschnecke>) das Bilderbuch-Spektrum. An Fotobänden mit fundierten Textbeiträgen erschienen bisher Pio Rimensberger <Harlekin> (vgr.), Zydek/Crivelli <Menschen in Tschernobyl> (vgr.), Mirjam Britsch <Wallis im Wandel>, Maren Heyne <Gresso>, Evelyn Schweizer <Unsere guten Nachbarn>, Pier Hänni <Kraftort Thunersee> und Diana Lawniczak <Lebensraum Thunersee>. Pro Jahr riskieren wir 1-2 der aufwändigen, kostbaren Bildbände.
Pro
Helvetia Dossiers Die in den 90er-Jahren von der Pressestelle Pro Helvetia angeregten und zusammen mit Zytglogge herausgegebenen Porträtbände beleuchteten verschiedene Facetten des vielseitigen Wirkens von Filmern, Schriftstellern, Musikern, die für das Schweizerische Kulturschaffen wegweisend, signifikant waren. Es erschienen Dossiers über die Filmemacher Fredi M. Murer, Reni Mertens/Walter Marti (vgr.), Daniel Schmid, HHK Schoenherr (vgr.), die Schriftsteller Max Frisch (vgr.), Robert Walser, Schreiben im Jura, Zwischenzeilen (Schriftstellerinnen) und die Musiker/Komponisten Urs Peter Schneider, Heinz Holliger, Klaus Huber (vgr.), Rudolf Kelterborn und Jürg Wyttenbach.
Periodika
und Reihen
Zytglogge
Zytig und Stehplatz
Die ‹Zytglogge Zytig› entstand 1975 als Monats-Kulturblatt - zum 10-jährigen Bestehen des Verlags. Sie blieb, erweiterte sich, aus Zweier-Redaktionen (Lukas Hartmann/Martin Hauzenberger 1975/76, Sam Jaun/Daniel Leutenegger 1977/78) wuchsen stets sich erneuernde Redaktionsstäbe von 3 - 7 Leuten, die mit Hugo Ramseyer als Herausgeber in Teilzeitarbeit die ‹Zytig› machten. (Darunter Balts Nill, Beatrix Bühler, Thomas Widmer, Tobias Kästli, Jaques Picard, Christian Jacquet, Lili Sommer, Lilian Studer, Remo und Dona Galli, Anna Stüssi, Bendicht Luginbühl, Andreas Langenegger und Hanspeter Spörri). Ziel: in lesbarer, gut recherchierter Art die Vielfalt und Lebendigkeit der Schweizer Kultur einbringen, auf dass sie Resonanz, Anregung, Kritik finde. Ob Literatur, Musik, Kunst, Film, Architektur, Theater, Kulturpolitik - die ‹ZZ› sollte, mit spezieller Berücksichtigung alternativer und kritischer Unternehmungen, allem offen stehen. Wesentlicher Teil - und seither von vielen Printmedien lokal kopiert - wurde der ‹Spielplan Schweiz›, in dem von Kleintheater- und Konzertereignissen bis zu Festivals und Operninszenierungen fast lückenlos die Aufführungsdaten angezeigt wurden. ZZ-Edition: Eine Spezialität der Zytglogge Zytig war in den 80er-Jahren das ganzseitige ‹Poesieblatt›, das man als Sonderdruck in der ‹ZZ-Edition› bestellen konnte. Nahmhafte Künstler wie Urs Dickerhof, Timmermahn, Franz Anatol Wyss, Jörg Müller, Stephan Bundi, Emil Zbinden, Claude Kuhn, Rudolf Mumprecht, Carlo Lischetti u.a. machten hier mit.
1991 trat die Schweizer Kulturzeitung ‹Stehplatz› an die Stelle der ‹ZZ›, eine vom Verlag (fast) unabhängige Publikation, die dann ab Ende 1995, von einer quer durch das schweizerische Kulturschaffen abgestützten ‹Stiftung Stehplatz› getragen und herausgegeben wurde, 1996 jedoch, mangels Abonnentenzuwachs, eingestellt wurde.
Dissonanz,
Einspruch, Rohrstock, O-Ton
Über längere Zeit wurden die Musikzeitschrift <Dissonanz> und die Literaturzeitschrift <Einspruch> durch die Zytglogge-Administration vertrieben. <Dissonanz> gibts (dank <Pro Helvetia>) weiterhin, <Einspruch> leider nicht mehr. Auch die von Jürg Jegge herausgegebene Pädagogik-Postille <Rohrstock> und die von Daniel Leutenegger und einem Team lancierte Musikzeitschrift <O-Ton> mussten - trotz tollkühnen Ideen und viel Idealismus - wegen desolatem Abozuwachs nach je 4 Nummern eingestellt werden. Nun sind die Zeugen der einstigen Kulturhochs nur noch im Archiv zu besichtigen.
Gestalter
und ihre Reihen
Im Archiv sind ebenfalls die Restexemplare diverser einst mit Elan lancierten (und grafisch einheitlich gestalteten) Buch- und Ton-Serien aufgereiht, z.B. die ZytTaBu (unsere eigene Taschenbuch-Reihe, gestaltet von Werner Jeker), die Zytglogge HotBooks (eine Krimi-Reihe; Umschläge: Werner Jeker), die Zytglogge Test-Hefte (Grafiker: Andreas Schärer und Stephan Bundi), die Ton-Erstlinge ZYT-EP (Cover-Entwürfe: Kurt Wirth) und die Zytglogge Sprechplatten (ein erster Hörbuch-Versuch 20 Jahre vor den Audio-CDs, Gestalter: Eugen Traber). Ansonsten sind die Covers unserer Bücher und CDs individuell und auf die Wünsche von InterpretIn und AutorIn ausgerichtet. Lange Zeit war Werner Maurer unser externer Hausgrafiker und zuständig für das ZZ-Layout, für LP-Covers, Buchtitel und Werbung - bevor die hausinternen HerstellerInnen (Beat Brechbühl, Esther Kaiser, Karin Widmer, Edith Biedermann, Katja Leudolph, Sonja Benz, Kurt Blatter und Roland Maire) dann dem Outfit ihren persönlichen Stempel aufdrückten.
Zytglogge
Ton
LiedermacherInnen
Die Berner Troubadours Bernhard Stirnemann, Fritz Widmer, Ruedi Krebs,
Jacob Stickelberger, Markus Traber und Mani Matter machten den Anfang.
Andere Liedermacher wie die Berner Trouvères und die Berner Chansonniers
folgten. Namen wie Jürg Jegge, Chlöisu Friedli, Martin Hauzenberger, Aernschd
Born, Tinu Heiniger, Walter Lietha, Werner Widmer, tschou zäme, Housi
Wittlin, Dänu Brüggemann, Henri Huber, Ueli Schmezer, Piero Esteriore,
Marco Zappa, Pippo Pollina und Linard Bardill kamen nach und nach dazu.
Die Stimme der Frau ist auf Alben von Marianne Schauwecker, Notabene,
Saitensprung, Mirja, Yvonne Moore, Renée Rousseau und Dodo Hug vertreten.
Kabarett
und Folk
Stilistisch vielseitig, aber inhaltlich konsequent wurde das Programm erweitert. 1968 z.B. mit der Kabarett-Entdeckung Emil Steinberger, gefolgt von Franz Hohler, Franz Josef Bogner, Kaspar Fischer, Joachim Rittmeyer, Osy Zimmermann, Birkenmeyers, Mölä & Stahli, Les trois Suisses, Zweierleier, SINGtonic, Voxtasy, Coni Allemann, Thiel & Sassine u.a. Oder mit Schweizer Volks-, resp. internationaler Folk-Musik, wie die der Fränzlis da Tschlin, Hannelimusig, bArde, SULP, fürschi, Stelser Buaba, Tritonus, Bärnbieter Spiellüt, Bärner Tanzmusig, Gätzimusig, Husmusig Jeremias, Rundum, Ziberlettes, La Lupa, I Cantimbanchi, Girlandia, Sunny Mountain Grass, Red Shamrock, Simili, Morgain, des Ueli Mooser-Trios und des Trios Avoda oder - mit rockigen Einflüssen - die Songs von Pete Scrowther, Shirley Grimes und Dervish. Akustische Fenster zu anderen Kulturen eröffneten Contrapunkt, Lengschocht und Panta Rhei. Ein breites Repertoire an Volksliedern und -tänzen spielte der Organist Jürg Neuenschwander ein und der Berner Motettenchor lässt die schönsten Röseligarten-Lieder neu aufleben.
Rock
und Pop
CH-Rock und Pop, von sixPack, Infra Steff, Housi Wittlin, Vera Kaa, Die
Türen, Hardy Hepp bis Extrem Normal, durften im Programm genauso wenig
fehlen wie die HitparadenstürmerInnen Patent Ochsner, Natacha, Mash und
Stiller Has, die bei Zytglogge Starthilfe erhielten und heute auf grössere,
breitere Schienen umgestiegen sind. Zu den interessanten Entdeckungen
gehören Bäng, John & John, Maze, Little Venus, Ventilators, Notabene,
Jargon, Trybstoff und Sapphire.
Sampler
und Guitarristas
Die Highlights der ersten dreissig Jahre Zytglogge wurden auf der Jubiläums-Doppel-CD ‹Best of ZYT 30› und die Lieblingssongs des Verlagsgründers Hugo Ramseyer auf der DCD <Ewigi Lieder> vorgestellt. Es folgten die ‹Traditional Swiss Music›-DCD, das 4er Pack <Traditionelle Schweizer Musik> (Forum Alpinum), das ‹RöseliRock›-Album, die <Reber Rock>-DCD und die ‹Karibum›-Serie 1 bis 3 (mit Liedern und Songs für Kids). Aktuell ist die Hommage an Fritz Widmer (<Türeschletze>). Bei den Gitarrenkünstlern sind zu nennen: Jury Clormann, Toti Soler, Vino Tonto, Fabio Mignola und Tonic Strings.
Zyt-Vertrieb,
Kinderkassetten, Hörbücher
Nicht zu vergessen: das Vertriebsprogramm, welches CDs von InterpretInnen und Bands vorstellt, die ihre Tonträger unter eigener Regie produzieren, den Weg in den Fachhandel jedoch über den ZYT-Vertrieb anstreben. So z.B. Fly & the Tox, Ragazzi, Roland Schildknecht, Stubemusig Rechsteiner, Tony Lewis, l'art de passage, Repeatles, Café Mondial u.a.
Oder die Eigen- und Gemeinschaftsproduktionen mit Radio DRS/KinderClub bei den Märli-Kassetten: Geschichten von Franz Hohler (<Der gross Zwärg>, <Tschipo>, <Zauberschächteli>), Dodo Hug (<S Äntli Gundula>) oder die Erzählungen von Ruth Güdel, Elisabeth Rupp, Lorenz Pauli, Christine Olmos, Catherine v. Graffenried, Monika Demenga, Rosalina Zweifel u.a.
Im Sektor Hörbuch sind Kolumnen von Gisela Widmer, Peter Schneider, Ueli des Schreibers <Ein Berner namens ...> (gelesen von Ueli Schmezer), Weihnachts-Geschichten von Alex Kurz, Fracesco-Micieli- und Gerhard-Meier-Texte, Storys von Bernard Thurnheer, Bärner Münschter- und Gschpänschter-Gschichte von Alfred Erismann, Karl Grunders Schwarzenburger Sagen, Fred Jaggis Gadmertal-Gschichti, Margrith Gimmels Roman <Ds Rötscheli> und <Dezämbergschichte> (erzählt von Paul Niederhauser) und <Gschichte us der Fototucke> von Bruno Weber im Handel.
Studio
und live
Viele Aufnahmen für unsere Schallplatten wurden im hauseigenen Studio in Gümligen aufgenommen oder live im Zähringer-Refugium in Bern (das lange Zeit so etwas wie das Zytglogge-Dependance-Theater war) mitgeschnitten. Aber auch die DRS-Studios, das Stadttheater Bern und verschiedene Kleintheater der Schweiz lieferten wertvolle Ton-Dokumente. Die absolut meistverkauften, erfolgreichsten Tonträger zeichnete Rolf Attenhofer mit einer einfachen Studer-Schnürsenkel-Maschine auf (z.B. Mani Matter ‹Ir Ysebahn› im Fauteuil-Theater Basel oder Emil ‹Geschichten, die das Leben schrieb› im Kleintheater Luzern). Unsere meistgebuchten Tonmeister der ersten Pionier-Jahre (vorallem für Rock- und Liedermacher-Studio-Aufnahmen) waren Eric Merz, Andreas Christen und Adi Tosetto.
MatterRock,
Musikbücher und andere Abstecher
Mani Matter trägt und prägt heute noch das Musikprogramm von Zytglogge. Seine Lieder sind im Original, als Wiener Version <Gö>, auf Ueli Schmezers <MatterLive> und auf <MatterRock> (mit Interpreten wie Stephan Eicher, Züri West, Dodo Hug, Patent Ochsner, Polo Hofer u.a.) nach wie vor prominent im Verlagskatalog vertreten. Auch die Musikbücher, die Songbooks mit den Liedern von tschou zäme und Peter Reber, die Tanzmusigsammlung von Märku Hafner, der BärnerRockFührer von Heilinger/Diem <Muesch nid pressiere>, die Sammlung <Im Röseligarte> von Otto v. Greyerz und <Anderi Lieder> von Urs Hostettler zeigen die einzigartige Dichte, Neugier und Philosophie dieses Schweizer Indie-Labels auf.
Zytglogge hat immer wieder auch Abstecher in <andere> Genres wie Klassik, Tango (Daniel und Michael Zisman), Soul, Blues, Jazz, Country, Klezmer, Filmsoundtrack, Text & Musik, Bättruef, Amish Songs u.v.a.m. gemacht - auf Tonträgern, die oft für ein SpezialistInnen-Publikum gedacht waren und nie in die Bestenlisten kamen. Andere wiederum haben die ersten Studioaufnahmen bei Zytglogge gemacht und sind heute berühmt (Emil, Peter Reber, Andreas Vollenweider), was beweist, dass Zytglogge nicht nur Mut zu Innovation und Risiko, sondern oft auch eine Nase für Kommendes, Gängiges hat.
Verlagsgründer
Hugo Ramseyer bringt das breite Programm auf den Punkt: "Nein, der grösste
Schweizer Verlag sind wir nicht, aber sicher der vielseitigste. Vielfalt
ist unser Programm." Event-Profi Heier Lämmler befindet Zytglogge als
"ein Label, das immer wieder Entdeckungen macht. Ein Verlag, der immer
wieder zu entdecken ist."
Der <CH-Buchhandel> schrieb: "Zytglogge - der grösste unter den Kleinen zwischen Genfer- und Bodensee, einer, der sich zwischen Schulen und Banken setzt. Einer, dem man seine Geschichten abkauft."
Und das St. Galler Tagblatt meint lakonisch: "Zytglogge - das Salzkorn
unter den CH-Verlagen".
August 2009 ie/HR.
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