Walter Däpp: We das jede wett. Wort zum Tag
 
 
 
 

Eigentlich handelt es sich hier um Recycling. Die hundert Kurztexte sind längst ausgeplaudert – sie wurden von Radio DRS zwischen 2002 und 2006 als ‹Worte zum Tag› ausgestrahlt.
Es sind Beobachtungen, Begegnungen, Gedanken – nichts Weltbewegendes, allerhöchstens Bewegendes. Und sie mussten vor allem eine Eigenschaft haben: Zweieinhalb Minuten lang durften sie sein, nicht länger. Und später sogar nur noch maximal eineinhalb Minuten. Denn dann war wieder Zeit für die nächste Platte. Oder für die nächste Verkehrsmeldung.
Dieser Zwang zur Kürze hat Vorteile: Die ‹Worte› sind so kurz, dass sie alle auf je eine Seite passen, dass das Büchlein schön schlank bleibt.
So stimmt es auch mit dem schlanken, schnörkellosen Inhalt überein: Die hier rezyklierten Gedanken sind einfache Alltagsgedanken – aus dem Tag heraus erdacht, für den Tag gedacht.
Doch nun freut es mich, dass der Zytglogge Verlag ihnen die Chance gibt, den Tag zu überleben. Und vielleicht zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitärgern oder Mitschmunzeln anregen.
Walter Däpp

 

 

 
 

Unaufdringlich wird dabei auch Däpps philosophischethische Sichtweise kenntlich. Am ehesten wäre sie vielleicht mit dem Begriff ‹liebevoller Respekt› zu umschreiben: Respekt vor den Menschen, vor ihrer individuellen Einzig- und Eigenartigkeit. Der Autor, dieser leise, aber unbeirrte Humanist und Alltagserforscher, formuliert jedoch nicht abstrakt begrifflich, er erzählt vielmehr höchst lebhaft und anschaulich.»
Aus dem Vorwort von Kurt Marti