Ursula Meier-Nobs: Der Sakralfleck. Roman
 

 
 

Auf Suworows Spuren
Der dunkle Fleck über dem Kreuzbein unserer beiden Kinder und unseres Enkels, Sakralfleck genannt, hat den Grundstein zu meinem dritten Roman gelegt. Ich begann nachzuforschen und entdeckte dabei das Erbe der Völker Dschingis Khans. In den Familien, deren Säuglinge dieses Mal aufweisen, fliesst Mongolenblut.
Die Geschichte handelt vom Leben zweier Menschen, Julia und Bator, deren Schicksalsfäden sich kurz verknüpfen und dann in entgegengesetzten Richtungen weiterfliessen. Sie beginnt in der Mongolei im Jahre 1769 und endet Anfang des letzten Jahrhunderts.
Wie immer lasse ich meine Personen aus ihrer Sicht sprechen.
Bators Bericht, angefangen bei seiner Geburt, zeigt sein Leben im Grasland der Mongolei. Bator erzählt von seiner Liebe zu Telema, seinem Rivalen Dscherlik, seiner Verbannung in ein buddhistisches Kloster, von Telemas Schläue, seiner Heirat mit der Auserwählten und dem grossen, vernichtenden Schneefall.
Die LeserInnen begleiten ihn weiter auf dem Feldzug unter Suworow nach Mailand und über die Alpen in die Schweiz und kehren mit ihm zurück in die Mongolei.

 

 

 
 

Julia, unerwünscht geboren, wird als Säugling über den Gotthard nach Mailand abgeschoben und wächst zuerst bei einer Pflegefamilie, dann im dortigen Findelhaus auf. Als junges Mädchen begegnet sie Bator. Julia erzählt von der Ausgrenzung, die ihre Schwangerschaft nach sich zieht, bis der Onkel aus der Schweiz erscheint, um sie – eines Erbes wegen – heimzuholen. Sie schildert, wie sie sich durchsetzt und ihrem Sohn und sich den Stand verschafft, der ihnen zusteht.
Authentisch sind die Erinnerungen der Mutter Oberin Walburga Mohr aus dem Kloster St. Josef in Muotathal an General Suworow. Berührend ebenso die Aussage der elfjährigen Cousine Anna, die ihre Eindrücke vom Eindringen des ‹Hurenkindes› in ihre Kreise schildert.
Ausser Mutter Walburga, Suworow und seinen Generälen sind alle Figuren erfunden.
Ursula Meier-Nobs

«Der neue Roman von Ursula Meier-Nobs entführt uns wieder in spannende, unbekannte Gefilde. Wir erleben mit, wie ein junger Mann, Bator, in der Mongolei des 18. Jahrhunderts aufwächst, um seine Liebe, Telema, kämpft und doch alles verliert. Das Schicksal verschlägt ihn schliesslich zu General Suworows Armee. In Mailand trifft er Julia, eine hier im Findelhaus aufgewachsene Frau. Julia wird schwanger; Bator zieht weiter und überquert mit dem russischen Heer auf beschwerlichem Weg die Alpen. Wir erfahren schliesslich, wie Julia in ihre schweizerische Familie zurückkehrt und für sich und ihren Sohn einen angemessenen Platz im Leben findet.
Höhepunkt der dramatischen Ereignisse sind die Szenen, als Suworow und seine Soldaten ins Muotatal eindringen und beim Kloster St. Josef durchziehen. Der Autorin gelingt es, Hintergrundwissen der Historie und die Schauplätze (Mongolei, Mailand, Muotatal) meisterhaft und wortmalerisch mit romanhaftem Geschehen zu verbinden. Mit ihrem dritten Buch legt sie erneut ein sehr lesenswertes historisches Sittengemälde vor.»
Brigitte Feuz

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