Andreas Neeser: No alles gliich wie morn
 

 
 

Lektorat: Hugo Ramseyer
Umschlag: Roland E. Maire

Br., 13 x 21 cm, 84 S.
CHF 22.- / Euro 14.-
ISBN 978-3-7296-0788-0



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Die Stilli het e Blick

Auf eindrückliche Weise lotet Andreas Neeser die literarischen Möglichkeiten der Mundart aus - mit dem musikalischen Gespür des Lyrikers und dem dramaturgischen Geschick des Erzählers. Der Bilderreichtum, das Klangspektrum und die Kraft dieser Mundart-Texte machen die Lektüre zu einer sinnlichen Sprach-Erfahrung.
Neeser gelingt es, Stoffe aus der Kindheit wie heutige Themen mit schlichter, berührender Unmittelbarkeit zu weben - mit einem heiteren, manchmal schalkhaften Augenzwinkern auf und hinter den Zeilen. Mundart mit Nachhall und unverwechselbarer poetischer Intensität.


Inhalt
Toppleti Böde / Huut und Hoor / Chruut und Chräche / Wenns zinnerscht schneit

«Mit <No alles gliich wie morn> wird Andreas Neeser seinen Durchbruch haben. Und seinen Platz in der Mundart-Literaturgeschichte. Davon bin ich überzeugt.» Jürg Amann

«Die Mundart hat in Andreas Neeser einen Dichter gefunden - und der bringt uns aus dem dunklen Kontinent der Kindheit und ihren Wortklängen frisch glänzende Stücke zurück, als hätte man von ihnen die feuchte Erde abgewischt.» Christian Haller

Uf dr falsche Siite vo dr Wält Si händs jo welle rächt mache, aber glingget händ s ne gliich. Und zwar zgrächtem. Debii isch er numen uf der falsche Siiten uf d Wält cho. Alles isch verchehrt gsii, und s händ alli gseit, das sygi nid normal, me chönis aber richte. Händ em welle s Läben erkläre, wie wenn er kei Ahnig gha hätt, kei Chopf, keis Gspüri, für nüt.
Schön mit der Gable het er scho ggässe, farbigi Zeichnige gmacht mit Riisefisch und Samichläus, und tüümelet fascht nümm. E Chranket sygis nid, numen im Chopf e Fähler. Er sölls doch mol probiere, s rächte Händli näh. D Sunne schiint grad heller, s Rössli gumpet hööcher, d Rhabarberwääijen isch no halb so suur. Es wär um s Luege z tue - und hätt er s de emol erlickt, es wär i allne wohl. Er söll doch, wil er wett. Süsch müess er de am Änd.
D Grossmueter het gseit, si well jo nüüt gseit ha, aber so gieng das nid. We men eine zwingi, gäb s e Zwängi. Und wenn de mues uf d Tatze ghaue sii, gits au keis Lätz. Oheie, het si gseit, so lönd ne doch! Lieber de rächt Tuume am falschen Ort als zwo linggi Händ.