Ursula Spring: Ghüderfuer u Hochzytsgutsche
 

 
 

Lektorat: Hugo Ramseyer
Umschlag: Onkel Emil mit Gefährt (Foto Waber, Thun)

Geb., Su, 13 x 21 cm, 160 S.
CHF 26.- / Euro 17.00
ISBN 978-3-7296-0771-2


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Als die Länggasse grün war

In ihrem Buch lässt die Autorin Jugenderinnerungen Revue passieren. Lebendig und bildhaft beschreibt sie, wie das Schwäbis-Quartier und dessen Umfeld ausgesehen haben.
Sie schildert ihren engen Bezug zu Onkel und Tante Schenk und deren Fuhrbetrieb in der Thuner Länggasse (Längere) und zu ihren beiden Cousins Ruedi und Peter, die ihr die Geschwister, die sie nie hatte, ersetzten.
Anschaulich, in schönstem Berndeutsch skizziert sie die Wohnverhältnisse von früher, als nicht jeder ein eigenes Zimmer besass und von Zentralheizung und fliessend Warmwasser noch nicht die Rede war.
Auch das Alltagsleben auf dem Hof das Jahr über nimmt breiten Raum ein. Vom Vorbereiten der Felder über die Saat bis zur Ernte im Herbst, die Eindrücke beim Her stellen der Blut- und Leberwürste, das Rüsten der Zuckerrüben, überhaupt: Wie man alles, was man erntete, versuchte zu verwerten, dies und vieles mehr wird detailliert beschrieben.
Besonders eindrücklich wird einem das harte Leben der Knechte näher gebracht, die von morgens früh bis abends spät auf dem Feld und bei der Kehrichtabfuhr <chrampfen> mussten und das Wort Ferien nur vom Hörensagen kannten.
Bescheidene Höhepunkte in der Längere werden geschildert: so etwa das Schmücken der Hochzeitskutsche und das Träumen darin; oder das Vergnügen, im Entenweiher zu baden.
Ursula Spring schafft es, das entbehrungsreiche Leben von damals auferstehen zu lassen, ohne zu vergessen, dass es auch viel Schönes und Aufregendes be - inhaltete und die Leute, obwohl nicht mit Überfluss gesegnet, dennoch zufrieden waren. Carsten Zuege