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Neuanfänge Meine ersten Kindheitserinnerungen sind die Sonntagnachmittage. Auf dem Sofa im Wohnzimmer lauschte ich, eng an Vater gekuschelt, seinen Geschichten. Meistens handelten sie vom fernen Finnland, von Feen, Riesen und Trollen.Im Kindergarten weilte ich tagelang im <Bilderbuech - egge>. Ein Jahr später wurde ich eingeschult, obwohl ich viel lieber zuhause geblieben wäre. Doch dann fand ich den Zugang zu den Buchstaben und entwickelte mich zu einer Leseratte. Nach der 9. Klasse absolvierte ich die Töchterhandelsschule, und wir jungen Frauen waren nach drei Jahren so weit, gut gerüstet ins Berufsleben starten zu können. Nach einigen Einsätzen in diversen Betrieben führte mich ein glücklicher Zufall ins Kinderheim Maiezyt, wo ich die Stelle der Sekretärin übernahm. Als der Vater unerwartet starb, begann ich als ein Stück Trauerarbeit meine Gedanken in Worte zu fassen, und Jahre später fing ich an, Geschichten für meine Kinder zu erfinden und aufzuschreiben. Bücher und Geschichten begleiteten mich auch weiterhin; zuhause beim Lesen und Vorlesen oder in den Märchenstunden für Kinder oder im Einzelunterricht Deutsch, wo ich versuche, den Kindern die Sprache näher zu bringen. Die Winter- und Weihnachtsgeschichten sind im letzten Jahr entstanden. Sie handeln von Menschen jeden Alters, von ihren Freuden und Hoffnungen, ihren Sorgen und Ängsten. Es sind Alltagsbegebenheiten, wie wir sie alle kennen. Einige haben sich so oder ähnlich zugetragen, andere sind in meiner Fantasie entstanden. So findet sich zum Beispiel in der Titelgeschichte <Der Mischtlechranz> von beidem ein bisschen. Dass die meisten der Erzählungen einen guten Ausgang haben, kommt nicht von ungefähr. Ich mag Neuanfänge. Ursula Stalder-Witschi Inhalt |
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