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Sachbuch


 
     

Hochstrasser Josef

Gottfried Locher

Der ‹reformierte Bischof› auf dem Prüfstand

Erstausgabe 2014, 2. Auflage 2016
Klappenbr., A5, 168 Seiten

ISBN 978-3-7296-0855-9
CHF 32.00 / EUR 28.00


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Hochstrasser und Locher. Keiner hat den anderen zuvor persönlich gekannt. Doch bald schon wird klar: Die Chemie stimmt für Gespräche über brennende Fragen der Zeit.

 

Gottfried Locher ist der oberste Reformierte im Land. Dennoch haben Amt und Ehre weder seinen Habitus noch sein Auftreten verdorben. Vor dem Fussballspiel isst er mitten in den Fans eine YB-Wurst. Er erklärt sich ohne Zögern bereit, einer Prostituierten und deren Schicksal zu begegnen. Auf der Kirchenfeldbrücke steht die Frage an, ob ein Mensch seinem Leben ein Ende setzen darf. Von Zeit zu Zeit zieht er sich ins Benediktinerkloster Einsiedeln zurück, um dort aus den Tagen der Einkehr neue Kraft zu schöpfen. Vielversprechend sind daher seine ökumenischen  Bestrebungen und die Verbindung zur katholischen Kirche. Locher beisst sich nicht an trennenden Spitzfindigkeiten fest. Er hat ein offenes Herz. Glaubwürdig stellt sich der privilegiert besoldete Geistliche in einer Predigt im Berner Münster den Fragen nach der weltweiten Armut. Und im Eingang zu Lochers Wohnung vor dem Bild des Jüngsten Gerichts, wo er gefragt wird, ob er denn zu meinen wisse, in welche Abteilung des Himmels oder der Hölle er dereinst gerate, fällt seine Antwort klar aus. Die Kirchen stehen seit geraumer Zeit im Clinch. Mit ihnen auch die Pfarrer.

Hier steht einer hin und spricht offen, verständlich, ohne salbungsvolle Pfarrherrlichkeit. Gottfried Locher hat den theologischen Elfenbeinturm verlassen. Er bewegt sich im Alltag der Menschen, nimmt auf, was sie bewegt. Seine Antworten kommen nicht von der Kanzel, obwohl sie vom eindeutigen Standpunkt des Theologen zeugen. Aber sie laden die Leserschaft ein, seine Gedanken zu eigenen Überzeugungen weiterzuspinnen.

Josef Hochstrasser ist Provokateur. Auferstehung versteht er als Aufstehen gegen ungerechte Verhältnisse. Das sei Ostern, sagt er. Ein idealer Partner also, um den Kirchenoberen herauszufordern.

 

Aus dem Inhalt

Mein Freund, das Kamel / Tigrinya, Paschtou, Kurmanci . . . / Kein Offside in der Kirche / Die Feindschaft Gottes predigt / Soll und Haben / Trittst im Morgenrot daher . . . / Die Katze spürt, wenn er kommt / Lust und Liebe / Die Brücke / Himmel nochmal!

 

 

Gottfried Locher

Geb. 1966 in Bern, Matura, Theologiestudium an der Universität Bern, Ordination zum Pfarrer der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Bern, Promotion in systematischer Theologie an der Universität London, Master of Business Administration an der London Business School, Pfarrer in der Schweizer Kirche in London. Ökumene-Beauftragter beim SEK (Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund), Leiter der Abteilung Aussenbeziehungen beim Kirchenbund, Leiter des Instituts für Ökumenische Studien der Universität Freiburg, Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Präsident des Rates des SEK – verheiratet, Vater von drei Kindern.

 

««Die Reformierten brauchen einen Bischof.» Wer solches sagt, wird immer wieder an dieses Zitat erinnert. Besonders, wenn er dann selbst oberster Reformierter wird. Gottfried Locher hat aber mehr zu sagen. Zum Alltag, zu Zeitfragen. Ein ehemaliger Priester nimmt ihn ins Gebet.»
RJ, reformiert.

 

«Mit der 2011 eingeleiteten Verfassungsrevision des Kirchenbundes lancierte Locher die Idee von neuem. Um Identität und Profil der reformierten Kirche zu stärken, brauche es einen starken Präsidenten des Kirchenbundes. Doch vielen Kantonalkirchen missfällt die Personalisierung der Macht im Amt des Präsidenten: Eine quasibischöfliche Leitungsstruktur widerspreche reformierter Tradition. Die Bischofsidee haftet so sehr an Locher, dass seine anderen Initiativen wie der Schweizer Predigtpreis, die nationale Synode oder reformierte Bekenntnistexte ebenso vergessen gehen wie seine dezidierte Kritik am Islamismus. Auch seine jüngsten Äusserungen zur Prostitution tragen dazu bei, sein Profil eines unangepassten und nicht ganz politisch korrekten reformierten Oberhirten zu schärfen.»
Michael Meier, Berner Zeitung

 

«Im Berner Münster waren die beiden, in einem Asyl-Empfangszentrum oder an einen Fussballmatch. Und immer haben sie geredet – über Gott, Suizid, Migration, Sex oder Sport. Hochstrasser ist als ehemals katholischer, jetzt reformierter Pfarrer ein guter Sparringpartner für Locher, zudem ist er auch publizistisch kein Unbekannter (‹Religion ist heilbar›, bekannt auch seine Hitzfeld-Biographie).
Locher redet bei Hochstrasser nichts schön. Er benennt Brüche und Widersprüche, sie scheinen sein theologisches Denken sogar zu befeuern.
Hochstrasser leistet gute Hebammendienste: Seine quirlige Art fordert den Präsidenten heraus, treibt ihn zu Aussagen, die manchmal Aphorismusqualität haben: «Wer immer nur an sein Ende denkt, hat nie richtig gelebt. Wer nur an sein Ende denkt, hat nie richtig gelebt. Wer nie an sein Ende denkt, auch nicht», sagt Locher. Oder: «Die Freiheit der Jungen hat einen Preis. Den bezahlen die Alten.»
Hier ist oft ein Quer- und Neudenker am Werk, und da kann es nicht überraschen, dass auch Jesus nicht einfach der gute, liebe Mann ist: «Wer von sich sagt, er sei die Wahrheit ist ein etwas schwieriger Gesprächspartner. Der Mann aus Nazareth sah sich als Wegweiser. Im wörtlichen Sinn ein Besser-Wisser.» Und auch Gott ist nicht einfach klar. «Wer Gott sagt, spricht von etwas, wozu er nichts zu sagen hat ... Jedes Gottesbild ist ein Skandal für die Vernunft.»
Zwar ist er Präsident des Kirchenverbundes, aber dieses Amt hat ihm die Sprache offensichtlich nicht ‹verschlagen›, wie dieses Buch zeigt. Da sind keine blutleeren Funktionärsfloskeln, kein diffuses theologisches Geraune, keine abstrakten wissenschaftlichen Schachtelsätze. Der Präsident weiss zu reden und damit auch zu überzeugen.»
Matthias Böhni, Reformierte Presse

 

«Will Gottfried Locher die Kirchenstrukturen reformieren, ist er vielen zu forsch. Spricht er in starken Worten über Sünde und Suizid, kommt er einigen zu katholisch oder zu modern vor. Kalt lässt einen der oberste Reformierte aber nicht.»
Stefan von Bergen, Der Landbote



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Hochstrasser Josef

Geb. 1947 in Luzern. Studium der Philosophie und Theologie in Innsbruck. Erwachsenenbildner. Römisch-katholischer Priester. Heirat. Berufsverbot durch den Bischof von Basel. Austritt aus der Kirche. Hilfsarbeiter in der Fab­rik. Studium an der evangelisch-reformierten Fakultät der Universität Bern. 1989 Ordination zum reformierten Pfarrer. 1991–2010 Lehrer für Religion und Welt­religionen an der Kantonsschule Zug.

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