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Belletristik

 

 

 
     

Arn Karoline

Elisabeth de Meuron von Tscharner (1882-1980)

Der Wunsch der Löwin zu fliegen

Erstausgabe 2014, 5. Auflage 2015
Geb., SU, A5, 320 Seiten, mit Bildstreifen

ISBN 978-3-7296-0885-6
CHF 36.00 / EUR 30.00


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Als Berner Original ist sie in die Geschichte eingegangen, Anekdoten und träfe Sprüche werden ihr zugeschrieben, die schwarzen Kleider, grossen Hüte, das verbeulte Hörrohr und ihre weissen Windhunde bleiben in Erinnerung. Ihr Auftritt jedoch – eine grosse, gelungene Maskerade – und ihre Erscheinung sind nur auf den ersten Blick schwarz-weiss.

 

Der Versuch, Elisabeth de Meuron in Worte zu fassen, sie weg vom Klischee zu führen, hin zur Person, die mit ihrem scharfen Blick einen Horizont erfasste, in dem alles möglich und sichtbar war, ist fast so unmöglich wie spannend. Diese ihre Weitsicht öffnete Widersprüche – und Abgründe, die ihr zum Lebensantrieb wurden. In ihren Briefen schreibt sie jede Nacht ihre Gedanken und Gefühle auf, direkt und ungestüm, engste Freunde und Verwandte stehen dabei für Momente in ihrer Nähe: Einen furchtsamen Blick will ich versuchen auf mein Schicksal, das ich hinter meiner Mauer des Schweigens verbergen muss, damit niemand daran rühren kann. Und versuche es auszuhalten, allein zu sein gegenüber Dingen, die von jeher zu gross waren. Mein Leben mit all meinen ererbten Eigenschaften und meiner Geistes- oder Gefühlsbeschaffenheit, meiner eingeschriebenen Gebrauchsanweisung, die nicht zu verwirklichen war.

Intelligent, talentiert, energisch, aufbrausend verbringt Elisabeth ihre ­Jugend in Bern in einer patrizischen Familie, die den alten Zeiten nachlebt. Und fast ein Jahrhundert lang stellt sie sich dem Widerspruch zwischen Aufbruch und Tradition – in der Politik des Ersten und Zweiten Weltkriegs, in der Gesellschaft, aber auch in der Liebe. Sie gibt sich nie zufrieden und nie geschlagen. Das Wappen der von Tscharner, der Greif – halb Löwe, halb Adler –, dieser Stempel, haftet nicht nur auf den Briefbögen, sondern auch an ihr. Avec les ailes sans savoir voler.

Hunderte von Briefen sind zusammengekommen. An Handwerker, Freundinnen und Freunde, Verwandte oder Politiker. Ausschnitte daraus zeigen Sprachwitz und die ernste wie humorvolle Auseinandersetzung mit allen Fragen des Lebens. Sie sind eingebettet ins Erzählen der Enkelin über ihre Grossmutter. Die Erinnerungen vieler Menschen, welche einen Teil ihres Lebens ‹Madame de› begleitet haben, ergänzen das Puzzle aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Diese Spuren werden literarisch zu einem Roman verwoben.

Aus dem Inhalt

Hundert Jahre energisch gelebt / Eine Jugend in aristo­kra­tischen Verhältnissen / Zwei Weltkriege / Auseinander­setzung mit Politik und Gesellschaft / Freundschaft mit Bundesräten und Bauern / Schwimmen im See, in Literatur und Kunst / Begegnen und Aufgeben der Liebe / Familiengeschichte zwischen Schicksal und ­Befreiung / Das Hadern mit sich als Frau und mit der Frau an sich

> Videobeitrag «Madame De Meurons Biografie», SRF1 Tagesschau 27.10.14

 

> Radiosendung «Die verborgene Seite der Madame de Meuron», Radio SRF1 Regionaljournal 22.10.14

 

> Radiosendung «Elisabeth de Meuron: Berner Unikum und eifrige Briefeschreiberin», Radio SRF1 Buchzeichen 08.02.15

 

«Legt man den Roman gelesen zur Seite, hat man tatsächlich das Gefühl, <Madame de> und ihrer Zeit ein Stück näher gekommen zu sein.»
Berner Zeitschrift für Geschichte, Anina Eigenmann, April 2016

 

«Karoline Arns Verdienst ist es, in ihrem Buch mit Akribie und beeindruckender Empathie etliche Schichten von diesem Mythos abgetragen und den Blick auf eine Frau freigelegt zu haben, deren fast ein Jahrhundert währendes Leben voller Tragik war, geprägt vom Verzicht, Pflichtgefühl und einer Lebenshaltung, die mit der lateinischen Losung der Familie von Tscharner zutreffend beschrieben werden kann: ‹Tenebo› – ich werde (aus-)halten, niemals aufgeben.»

Alexander Sury, Der Bund

 

«Dass sie aber viel mehr war, zeigt Karoline Arn in ihrere fundierten, reich mit Fotos illustrierten Biografie, in der sie die alte Schlossherrin ihre Erinnerungen selbst erzählen lässt. Es ist die überfällige Ehrenrettung einer Persönlichkeit jenseits des Klischees.»

Marie-Louise Zimmermann, Berner Zeitung

 

 

«Als Berner Original ist sie in die Geschichte eingegangen, Anekdoten und träfe Sprüche werden ihr zugeschrieben, die schwarzen Kleider, grossen Hüte, das verbeulte Hörrohr und ihre weissen Windhunde bleiben in Erinnerung. Ihr Auftritt jedoch – eine grosse, gelungene Maskerade – und ihre Erscheinung sind nur auf den ersten Blick schwarz-weiss. Die Erinnerungen vieler Menschen, welche einen teil ihres Lebens ‹Madame de› begleitet haben, ergänzen das Puzzle aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.»

Thuner Amtsanzeiger

 

 

 



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Arn Karoline

Geb. 1969 in Münchenbuchsee, Ausbildung zur Primarlehrerin; Geschichts- und Philosophie-Studium an der Uni Bern; Nachdiplomstudium Journalismus am MAZ. Arbeitet als Produzentin der Informationssendung ‹Rendez-vous› von Radio SRF. Verfasste die Biografie ‹Wenn wir uns gut sind› von Ruth Seiler, Gründerin der Heimschule Schlössli Ins. Drehte die beiden Dokumentarfilme ‹Müetis Kapital› und ‹jung und jenisch› zusammen mit Martina Rieder. Mutter von zwei Kindern und verheiratet mit dem Urgrossneffen von Frédéric de Meuron, Ehemann von Elisabeth de Meuron.

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